Die Rinderzüchter der Kreise Rhein-Sieg, Rhein-Berg, Mettmann und Oberberg trafen sich am 20. September 2026 auf dem bestens vorbereiteten Hebborner Hof der Familie Lautz in Bergisch Gladbach, um ihre 53 Milchrinder im Zuchtwettbewerb sowie 27 Jungrinder und Kuhkälber beim Jungzüchter-Vorführwettbewerb den Züchterkollegen und einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Preisrichter Laura Busse und Torben Melbaum wurden von den Züchtern teilweise vor schwierige Aufgaben gestellt, die sie souverän lösten und dem Publikum sehr gut erläuterten.
Betriebssammlungen
Traditionell beginnen die Bezirksschauen im Bergischen Land mit den Betriebssammlungen: Besonders interessant und spannend hieran ist, dass die Züchter ihre Betriebskollektion zusammenstellen müssen, ohne zu wissen, welchen „Geschmack“ die Preisrichter haben.
Bei den Holsteins setzte sich dabei die Sammlung von Christoph und Tom Hamacher aus Kürten, bestehend aus drei Zweitkalbskühen, durch, die sich wirklich wie aus einem Guss präsentierte und nicht nur hervorragend zusammenpasste, sondern auch exterieurmäßig auf einem tollen Niveau mit viel Rippe, besten Fundamenten und fest aufgehängten Eutern zu glänzen wusste. Markus Siebel, Burscheid, dessen extrem körperstarken Tiere mit sehr produktiven Eutern auch viel Qualität mitbrachten, gewann den Reserve-Siegerpreis. Somit ging die Ia-Sammlung der Lüpschen GbR, Lohmar, beim Kampf um die Siegerpreise leer aus, obwohl vielen Zuschauern diese vierköpfige Sammlung hochleistender Milchkühe sehr zusagte.
Imposante Färsenklassen
In der ersten Einzelklasse war bei den Holsteinfärsen kein Vorbeikommen an der ausgesprochen euterstarken und jugendlichen RUW Shiney (V: Enclave) von Rainer Staedtgen, Leichlingen, sodass die schneeweiße und mit einem hervorragenden Körper ausgestattete FAH Instas (V: Rafting) von Jörg Faber, Much, ihr den Vortritt lassen musste. In der darauffolgenden Klasse konkurrierten zwei hervorragende Färsen mit viel Jugendlichkeit, einem besten Seitenbild und hervorragenden Fundamenten um den Klassensieg, der letztlich an die AHZ Girona (V: Luster) von Marco Mickenhagen, Wipperfürth, vor der Wella (V: Harris) von Markus Siebel ging, da sie noch mehr Hintereuterhöhe präsentieren konnte. Die älteste Färsenklasse entschied COL Mira (V: Harrisenna) der Lüpschen GbR vor The Savina (V: Rafting) der Theunissen GbR, Kürten, für sich. Beides großrahmige, körperstarke Färsen, die ein imposantes Bild boten. Bei der Siegerauswahl waren sie jedoch den beiden Ia-Färsen der jüngeren Klassen unterlegen, sodass AHZ Girona am Ende mit dem Titel „Siegerfärse“ den Nachhauseweg antreten konnte, gefolgt von der sehr jugendlichen RUW Shiney auf dem Reserve-Siegerplatz. AHZ Girona war übrigens bereits 2025 beim Highlight-Sale bestes Typtier im Jungzüchter-Wettbewerb.
Stark besetzte mittlere Kuhkassen
Bei den Zweitkalbskühen wusste bereits die erste Klasse zu beeindrucken: An der Spitze hier die fehlerfreie Bianca (V: Genius) von Andreas Landwehr aus Bergisch Gladbach, die direkt klar machte, dass man sie mit ihrem korrekten Körper, ihren glasklaren Beinen und ihrem hohen, fest aufgehängten Euter schlagen muss, um den Siegerpreis zu erlangen. Ib ging hier die Grandeifet (V: Sidekick) der Hamacher GbR, die sehr nah an Bianca herankam. HZW Smarty (V: Renegade), die jugendliche, feinzellige und mit einem sehr feinen, korrekten Fundament ausgestattete Kuh von Peter Winter, Wuppertal, gewann die nächste Klasse vor der extrem körperstarken COL Jodie (V: Champion R) der Lüpschen GbR. In der nächsten Klasse gewannen die beiden schneeweißen Showtime-Töchter Cute und Logan der Hamacher GbR, wobei sowohl das etwas Mehr an Stärke wie auch an Hintereuter letztlich den Ausschlag für Cute gab. Die mittleren Kuhklassen wurden abgerundet von einer Klasse Drittkalbskühe, in der Markus Siebel mit Highlight (V: Mogul) und Wijke (V: Mirand PP) zweimal Grund zum Lachen hatte. Zwei Kühe mit gewaltigem Körper und hervorragenden Becken, wobei die Korrektheit und Drüsigkeit im Euter den Ausschlag für Highlight gab. Bei der Siegerauswahl kam dann wirklich niemand an Bianca von Andreas Landwehr vorbei, die sich stolz vor Cute aus dem Stall der Hamacher GbR auf das Siegerpodest stellen durfte.
Sehenswerte ältere Schaukühe
Die Klasse der vierkalbigen Holsteins wurde von Lennya (V: Laurent P) angeführt. Die Miss Bergisch Land des vergangenen Jahres von der Kohlgrüber GbR, Kürten, zeigte ihre Siegerqualitäten mit einem hervorragenden Körper, besten Beinen und einem Euter, dem wirklich nicht anzusehen war, dass sie bald trocken gestellt wird. Ihr folgte auf Ib HaH Honeybee (V: Gladius) der Lüpschen GbR, für die es trotz viel Qualität keinen Weg vorbei an Lennya gab. Bei den fünf- und sechskalbigen gewann The Anakonda (V: Explizit), deren Stärke und Qualität im Voreuter sie vor Laiza (V: Brady) von Bernd Lohmann, Hückeswagen, stellte.
Über 73.000 kg Lebensleistung, richtig fit und hervorragend in Körper, Fundament und Euter. Wer will eine solche Kuh nicht im Stall haben? Sie steht in Lohmar bei der Lüpschen GbR und ist ein echtes Milchkraftwerk. Sie konnte sich in der letzten Klasse gegen Djamala (V: Mega Watt) der Kollenberg GbR aus Marienheide (übrigens mit 93.000 kg Lebensleistung) durchsetzen. Beim Kampf um den Siegerpreis musste sie dann allerdings Lennya – die Kuh hat eben Siegerqualitäten – aus dem Stall der Kohlgrüber GbR vor The Anaconda der Theunissen GbR den Sieger- und Reserve-Siegerpreis überlassen.
Jersey- und Braunviehkollektion
Farbe brachte dann die Kollenberg GbR ins Spiel, die zwei Jersey- und vier Braunvieh-Kühe aufgetrieben hatte: Der Sieg ging hier an die Jersey Minnesota (V: Zodi), mit einem allerbesten Euter und ganz viel Rassetyp, was sie insgesamt auch für „höhere“ Aufgaben bereit sein lässt, sowie an die schauerfahrene Braunvieh KIT Nyala mit einem extrem guten Körper und besten Fundamenten.
Jungzüchter begeistern
Im Rinderring stellten sich dann die Jungzüchter der Preisrichterin Melissa Bange, die in den ersten beiden Klassen in einem Frage-und-Antwort-Spiel die Zunge (fast) jedes Jungzüchters zu lockern wusste und sowohl die Vorführleistung als auch das Fachwissen in die Beurteilung einfließen ließ. In der jüngeren Klasse war es Tim Freihoff, Kürten, der mit seiner Gretel die Herzen der Preisrichterin und des Publikums zu gewinnen wusste und vor Greta Ebert, Kürten, gewann. Sie konnte sich genauso wie alle anderen Jungzüchter über viele Präsente der Sponsoren freuen. Beim Gesamtsieg der jüngeren Jungzüchter war dann aber Karl Hermann Siermann, Leichlingen, der Sieger der älteren Klasse, durch sein hervorragendes Handling und Vorführen für die Preisrichterin der Champion. In seiner Klasse hatte er vor Henry Utsch, Kürten, und sechs weiteren Teilnehmern gewonnen.
Bei den älteren Jungzüchtern galt es, auf die Signale der Preisrichterin zu achten und so die Tiere immer bestmöglich zu präsentieren. Die erste Klasse gewann Zora Beckers-Schwarz, Kürten, vor Jeste Fitje, Leichlingen. Sie wetteiferten anschließend mit den Spitzenreiterinnen der älteren Klasse, Larissa Winter aus Wuppertal und Kimberly Emmerling aus Remscheid, um den Siegertitel, den dann Larissa Winter mit nach Hause nach Frielinghausen nehmen konnte.
Miss Bergisch Land
Während die Jungzüchter im Rinderring arbeiteten, ging es im großen Ring „um die Wurst“: Miss Bergisch Land wurde Lennya von der Kohlgrüber GbR aus Kürten. Sie konnte damit ihren Erfolg des vergangenen Jahres wiederholen und wurde zum zweiten Mal in einer Laktation Miss Bergisch Land. Ein Erfolg, der fast nicht nachzuahmen ist!
Hubert Fischer
Prämierungsergebnisse der Bezirkstierschau Bergisch Land
Prämierungsergebnisse Milchkühe
Prämierungsergebnisse Fleischrinder





