Unter winterlichen Witterungsbedingungen startete die Zuchtviehauktion der Rinder-Union West eG am 3. Februar 2026in der RUW-Arena in Hamm. Knapp 200 Zuchttiere aus den verschiedenen Tierkategorien wurden zum Verkauf in der Halle aufgetrieben, darunter 13 Deckbullen, 5 Kühe und 169 Färsen. Beim morgendlichen Rundgang durch die Stallgassen stachen sofort die vielen leistungsbereiten und korrekten Färsen ins Auge, insbesondere die jungen Rinder wussten zu gefallen. Allen Erwartungen zum Trotz entwickelte sich ein zügiges Marktgeschehen, welches am Ende zu einem ansteigenden Durchschnittspreis führte. Großen Anteil am erfolgreichen Verlauf hatten einmal mehr die ausländischen Käufer, allen voran die Kunden aus Italien, die ihre Chance nutzten sich mit hervorragenden Remontierungsfärsen einzudecken – sehr zur Freude der Verkäufer. Auch der vorangegangene Bullenmarkt konnte positive Preisentwicklungen verzeichnen.
Hornlosgenetik war wieder gefragt
Das Angebot am Deckbullenmarkt war mit 13 aufgetriebenen Bullen recht überschaubar. Das Käuferverhalten gestaltete sich sehr zielgerichtet und qualitätsorientiert. Neben Hornlosgenetik war Genetik mit hoher Wirtschaftlichkeit im Fokus der Käufer. Der Durchschnittpreis erhöhte sich auf 2.804 € im Mittel. Den Tageshöchstpreis am Deckbullenmarkt erzielte die Effing-Timmermann GbR aus Vreden mit dem natürlich hornlosen Chat P-Sohn ETG Chala. Chala verzeichnete bei den Zuchtwerten nicht weniger als 155 gRZG und herausragende 3.248 RZ€. Damit rangiert er auf Augenhöhe mit vielen Besamungsbullen und wird die Wirtschaftlichkeit seiner Nachkommen sehr positiv beeinflussen. Ein Züchter aus dem Kreis Paderborn hatte die Vorteile diese jungen Bullen für seine Milchviehherde erkannt und investierte den Steigpreis von 4.800 €. Mit etwas Abstand aber ebenfalls zu einem hervorragenden Steigpreis folgte ein reinerbig hornloser Baltic PP-Sohn aus der Zucht von Franz-Josef Aussel aus Rheda-Wiedenbrück. Gezogen aus einer leistungsstarken SIMON P-Mutter, präsentierte sich dieser harmonische Bulle ganz hervorragend im Auktionsring und wurde für 3.900 € im Zuschlag an einen Züchter aus dem Hochsauerlandkreis verkauft. Aus dem Bestand von Meinolf Heihoff-Schwede aus Delbrück stammte ein ebenfalls reinerbig hornloser SKAT P-Sohn, gezogen aus einer langlebigen und leistungsstarken MISSION P-Mutter. Hier war es ein Züchter aus dem Kreis Lippe, der den längsten Atem beim Bieten bewies und zum Gebot von 3.800 € den Zuschlag erhielt. Weiter ging es mit einem Zafar P-Sohn aus dem Bestand von Thomas Blömer aus Heek, der für 3.700 € an einen Zuchtbetrieb aus dem Kreis Recklinghausen verkauft wurde. Die Gruppe der Spitzenbullen wurde komplettiert durch einen Champion-Sohn aus der Zucht der Effing-Timmermann GbR und einen Keeper-Sohn aus dem Bestand von Dirk Baumeister aus Gütersloh, die für 2.900 € und 2.700 € in Betriebe im Kreis Paderborn und Bitburg-Prüm vermittelt wurden.
5.000 € für eine beeindruckende MEMBER PP-Tochter
Die Erwartungen an die Preisentwicklung am Rindermarkt waren aufgrund des weiterhin sehr angespannten Milchpreisniveaus eher gedämpft. Entgegen der Erwartung entwickelte sich ein sehr zügiges Marktgeschehen, dass einmal mehr von den Großkunden aus Italien getragen wurde. Ebenfalls positiv ist die gute Qualität der aufgetriebenen Färsen zu erwähnen, die ihren Anteil an der positiven Entwicklung des Durchschnittspreises hatte. Mit 2.521 € wurde ein sehr zufriedenstellender Durchschnittspreis erzielt, der sich gut über dem Vormonatsniveau einpendelte. Die breite Preisspanne von 1.200 € bis 5.000 € verdeutlicht dabei sehr plakativ das qualitätsbewusste Bietverhalten der Käufer. Den herausragenden Tageshöchstpreis sicherte sich die Köster KG aus Steinfurt mit einer absolut beeindruckenden MEMBER PP-Tochter, die bei vielen Käufern ganz oben auf der Wunschliste stand. Und das zu Recht, denn sie konnte in allen Belangen überzeugen: Ein tadelloses Exterieur mit glasklaren Fundamenten und einem schön ausbalancierten Euter, eine Einsatzleistung von knapp 40 kg Milch, Hornlosigkeit und nicht zu vergessen ein hohes Zuchtwertniveau mit 143 gRZG und 2.121 RZ€ sprechen hier eine deutliche Sprache. Ein Züchter aus dem Kreis Gütersloh setzte sich gegen die zahlreichen Mitbieter durch und erhielt den Zuschlag zum herausragenden Steigpreis von 5.000 €, während die Färse unter Applaus den Auktionsring verließ. Auf dem preislich zweiten Rang folgten zwei ebenfalls herausragende junge Rinder, die für jeweils 3.800 € an Kunden aus Norditalien verkauft wurden. Darunter eine Mask Red-Tochter gezogen aus einer BALU-Mutter aus der Zucht der Stiepermann GbR aus Ladbergen, die sich körper- wie euterstark und mit ebenfalls knapp 40 kg Einsatzleistung präsentierte. Die Zweite im Bunde war eine RAFTING-Tochter aus dem Bestand der Hötger GbR aus Balve, die den Vorgenannten in nichts nachstand. Leistungsbereitschaft, ein tadelloses Exterieur und ein hohes Zuchtwertniveau zeichneten diese Topfärse aus. Für 3.700 € folgten ein Quartett von weiteren Spitzenfärsen. Angefangen bei einer Shimmer-Tochter aus dem Zuchtbetrieb von Dirk Feldhaus aus Herten, die zukünftig im Kreis Siegen-Wittgenstein ihre Leistung erbringen wird. Weiter über eine MATEO P-Tochter und eine Farina Red-Tochter aus der Zucht der Stiepermann GbR aus Ladbergen, die sich ein Zuchtbetrieb aus dem Kreis Borken sicherte. Bis hin zu einer ARIZONA-Tochter aus der Hötger GbR aus Balve, die am Abend der Auktion die Reise nach Italien angetreten hat.
Die nächste Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West eG in Hamm findet am Dienstag, 3. März 2025 statt. Auktionskataloge können bei der RUW unter 0251/9288-226 angefordert werden und stehen unter www.ruweg.de zum Download bereit.







