Auktion im Zeichen des Hochwassers

Allgemeine NewsAuktionsberichte

Die Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West eG am Donnerstag, den 15. Juli 2021 im Vermarktungszentrum in Fließem wurde überschattet von einem neuen Jahrhundert-Hochwasser in der Eifel.

Bei Niederschlagsmengen von weit über 120 mm pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden wurden kleine Bäche zu reißenden Strömen, die alles mitnahmen, was sich ihnen in den Weg stellte. Auch viele landwirtschaftliche Betriebe waren betroffen, das Vieh musste evakuiert werden, melken und füttern war nicht mehr möglich. So wurde früh morgens sogar darüber diskutiert die Auktion abzusagen, was jedoch aufgrund der Tatsache, dass bereits am Abend vorher Tiere angeliefert wurden und andere Regionen nicht betroffen waren verworfen wurde. Gerade die treuen Kunden aus der heimischen Region sorgten mit sehr guter Nachfrage für einen äußerst flotten Auktionsverlauf. Leider war der Auftrieb sehr überschaubar, denn einige Beschicker kamen mit ihren Tieren am frühen Morgen überhaupt nicht von den Höfen, da im gesamten Eifelgebiet viele Straßen und vor allem Brücken gesperrt waren.    

Wenig Bullen im Angebot


Aus dem Zuchtstall von Stefan Marxen, Dingdorf kam der beste Bulle der Versteigerung, MAX Kalle, ein schwarzbunter Kensington-Sohn aus einer hochleistenden Top-Kuhfamilie. MAX Della ist eine 87 Punkte Boss-Tochter, davor steht die Laudan-Tochter MAX Selly (86 Punkte) und alle beide geben unheimlich viel Milch, in der Spitze über 13.000 kg Milch. Doch das ist nicht alles. Mit 4,5 % Fett und fast 4 % Eiweiß sind der Klassiker für einen Deckbullen. Dieser Bulle wird seinen Deckeinsatz für 2.200 € im Zuschlag im Saarland absolvieren. Aus demselben Stall stammt auch die preisliche Nummer 2, MAX Stilo, ein Stuntman aus einer 86 Punkte MatisseRed und 88 Punkte Jetlag. Hier stehen über 100.000 kg im Papier, mit ebenfalls sehr hohen Inhaltsstoffen. Ein Milchviehhalter aus dem Kreis Altenkirchen erhielt den Zuschlag bei 1.600 €. Sebastian Reif aus Katzwinkel erhielt im Zuschlag 1.500 € für seinen Marsden P-Sohn Maddis, ersteigert von einem Milchviehhalter aus dem Kreis Trier-Saarburg. Hier hat die rotbunte Fellfarbe und die mit 87 Punkten sehr gut bewertete Kanu P-Tochter überzeugt.   

Leistungsbereite und korrekte Remontierungsfärsen werden stark nachgefragt


Das kleine Angebot an abgekalbten Holsteinfärsen stieß auf eine überraschender Weise doch sehr gute Nachfrage. Vor allem die fehlerfreien Rinder mit hohen Einsatzleistungen bei niedrigen Zellzahlen sorgten dafür, dass der Durchschnittspreis sogar um deutliche 78 € auf 1.814 € anstieg.
Wie bereits eingangs erwähnt, treue Kunden aus dem eigenen Gebiet und aus dem benachbarten Belgien sorgten für flotte Gebote. Ein Kunde aus dem Saarland, der bereits auf vorigen Auktionen ausschließlich Spitzenrinder ersteigert hatte, war auch diesmal mit von der Partie und ersteigerte zügig von oben runter die vier Rinder mit den höchsten Zuschlagspreisen.
Den Top-Seller mit 2.400 € im Zuschlag stellte diesmal der Züchter Peter Meutes aus Rommersheim mit einer ganz enorm entwickelten, fehlerfreien Swift-Tochter aus einer Adventure-Mutter und Gibor-Großmutter. Dieses Rind hatte einfach alles, was sich ein Käufer wünscht, mit einer sehr hohen ersten Milchkontrolle und Leistungen im Pedigree deutlich jenseits der 15.000 kg. Aus demselben Züchterstall zum selben Käufer ging auch die Kat.-Nr. 38, die RUWSELECT Brilliance-Tochter aus einer Novo-Mutter und einer sehr langlebigen, tollen Antares-Großmutter. Für dieses großartige Rind fiel der Hammer bei 2.300 €. Zum gleichen Preis verkaufte der Züchter Stefan Struben aus Dahmlem eine sehr schicke, auffallend gute Impression-Tochter, die besonders durch ihr tadelloses Euter zu gefallen wusste. Ihre 89 Punkte Super-Mutter und 86 Punkte Ticktack-Großmutter leben beide, sind mit 6 und 8 Laktationen langlebig und dass bei einer Leistung von weit über 12.000 kg Milch. Eine Färse, die jeder gerne melkt. Die vierte im Bunde, für ebenfalls 2.300 €, ist eine ganz besondere! Diese schwarzbunte Simba-Tochter aus dem Zuchtbetrieb von Heinzbert Pützer aus Hellenthal hat eine erste Kontrolle mit fast 40 kg Milch, eine 87 Punkte Bedford-Mutter und 88 Punkte Talent2-Großmutter. Langlebigkeit satt: Mutter 4 Kälber, Großmutter 9 Kälber und das bei Höchstleistungen von über 14.000 kg Milch. Dieses sehr gut entwickelte Rind fiel besonders dadurch auf, dass es mit gerade 23 Monaten gekalbt hat und sich bereits derart gut entwickelt präsentierte. Karl-Heinz Kirch aus Fisch bot eine hornlose, rotbunte Dairy P-Tochter zum Verkauf, die von Anfang an durch ihre Ausgeglichenheit, durch ihren tadellosen Körper und das perfekt angesetzte Euter überzeugte. Ein junger Milchviehhalter aus dem Landkreis Vulkaneifel erhielt den Zuschlag bei 2.200 €.
Die Zuchtstätte Seidenfaden aus Mechernich hatte eine besonders gute Pace Red-Tochter im Angebot. Ihre Board-Mutter und exzellente Aikman-Großmutter hatten dieser jungen Kuh alles mitgegeben, was man sich wünscht: Einsatzleistung 36 kg Milch, Leistungen im Pedigree über 16.000 kg! Sie wird ebenfalls zukünftig im Saarland gemolken (2.200 € im Zuschlag). Für 2.000 € wechselten 3 beste Rinder den Besitzer. Eine weitere gefällige, rotbunte Bretagne aus der Zucht Kirch in Fisch wechselt in den Landkreis Vulkaneifel, eine weitere Bretagne, diesmal mit rotem Fell, gezogen von Stefan Struben aus Dahlem konnte zum selben Preis für Belgien verladen werden und eine sehr große, kapitale und entwickelte Athabaska-Tochter aus dem Stall von Peter Meutes, Rommersheim, melkt zukünftig im Saarland. Mutter und Großmutter (Blossom x Buckeye) sind beide mit 87 Punkten sehr gut bewertet und absolute Dauerleistungskühe. Alle vorgenannten Rinder wussten jedem zu gefallen und jeder Milchviehhalter würde diese Rinder gerne im eigenen Stall melken.           

Nach der Versteigerung waren alle Landwirte schnell auf dem Weg nach Hause, um Nachbarn und Freunden und Bekannten zu helfen. Diese Hochwasserkatastrophe hat Spuren hinterlassen.



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