RUW-Färsenschau - Gibor-Parade in Krefeld

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In der gut besetzten Halle wurde den Besuchern eine sehr ausgeglichene Qualität geboten, die auf höchstem Maße den züchterischen Ansprüchen genügte. Die Aussteller hatten sich mit der Vorbereitung ihrer Färsen alle sehr viel Arbeit ge­macht und die Zuschauer konnten sich ein hervorragendes Bild der Holstein Zucht machen. Sehr gut war in diesem Jahr das Verhältnis von schwarzbunten zu rotbun­ten Färsen: den 64 Vertreterinnen der Abteilung schwarzbunt, die in acht Ringen im Wettstreit antraten, standen in fünf Ringen insgesamt 35 rotbunte Färsen gegenüber.

Für alle Besucher wird der Eindruck einer exzellenten Qualität junger Färsen haften bleiben. So war denn der äußerst erfahrene Preisrichter Christian Fischer aus Brunsbek in Schleswig-Holstein ganz bestimmt an diesem Abend um sein Amt im Ring nicht zu beneiden. Ihm verblieb die ehrenvolle Aufgabe, diese sehr gute Quali­tät gerecht zu rangieren – und dies ist ihm in ausgezeichneter Manier gelungen. Christian Fischer hatte von der ersten bis zur letzten Entscheidung eine klare Linie und konnte jede getroffene Wahl mit präzisen Worten für die Besucher stets in allen Punkten nachvollziehbar begründen.  

Starke Siegertypen in Krefeld

In den schwarzbunten Ringen standen am Ende neben den acht 1a Preisträgerinnen auf Wunsch des Preisrichters auch die 1b Färse der Klasse 10 mit im Ring, als es darum ging, die Sieger auszuwählen. Den Ausschlag für die Kühe zur Sieger- bzw. Reservesiegerfärse gab die etwas weitere körperliche Entwicklung dieser beiden Färsen. Alle im Ring angetretenen Färsen verdeutlichen bei der Siegerauswahl nachdrücklich die Zuchtzielsetzung der deutschen Holsteins sowohl im Fundament­bereich als auch bei den Eutermerkmalen. Christian Fischer entschied sich für den Reservesiegertitel zugunsten von ZS Exana (V: Starleader) aus dem Zuchtbetrieb Matthias Zens, Musweiler. Mit der Siegerschärpe ausgezeichnet wurde Rebi – eine tiefe körperstarke Blauer Tochter von Heinz Gerd Stegemann, Hamminkeln.   Beim Aufstellen der Klassensieger der Abteilung rotbunt war die hervorragende Stärke der Rotbunten an diesem Abend auf einen Blick zu sehen. Die rotbunten Färsen machten sehr gute Werbung für diese Holsteinfarbe und es bleibt zu hoffen, dass sich die Züchter beim Besamen durchaus daran erinnern, welche Qualitäten auch und gerade in dieser Abteilung durch gezielte Anpaarung zu erzeugen sind. Nicht weniger ausgeglichen als bei den schwarzbunten musste auch hier der Richter seiner Philosophie im Ring folgend, zwei Färsen ganz nach vorne stellen, die sich durch eine starke Vorhand und etwas mehr Körper von den anderen geringfügig abhoben. Die Cadon Tochter Ostwind von Heinz Breihahn, Hamminkeln war in dieser starken Konkurrenz mit dem Reservesiegertitel auszuzeichnen – ganz knapp geschlagen von EH Ziska, der Tribute Tochter von Elmar Hannen, Kleve, die damit nach ihrem Reservesiegertitel bei der Kreistierschau in Kleve, jetzt ganz oben auf dem Podest der Sieger stand.   Mit dem inzwischen traditionellen Krefelder Rahmenprogramm wurde im Anschluss an die Siegerauswahl der Grand Champion im Ring präsentiert. Im stimmungsvollen Bild zog die Blauer Tochter Rebi mit der Jungzüchtergruppe ein und wurde als Grand Champion der diesjährigen Schau ausgezeichnet.  

Stadel Sohn als Allroundvererber

Zur Krefelder Schau gehört selbstverständlich auch die Vorstellung der RUW Nachzuchten. In diesem Jahr konnte Geschäftsführer Dr. Jürgen Hartmann die Nachzucht des rotbunten Neueinsteigers Stavros sowie die Töchtergruppe des Bullens Gibor aus dem Vererbereinsatz kommentieren. Die fünf Stavros Töchter im Ring zeigten, dass dieser Stadel Sohn in der Lage ist, die Stärke in der Vorhand deutlich zu verbessern. Seine Töchter hatten alle gute funktionelle Fundamente und auch die Euter waren nicht zu beanstanden. Bei ordentlicher Milchmengenvererbung und einem weiten Fett : Eiweiß Verhältnis passt dieser Bulle sowohl von seinem Exterieurvererbungsmuster als auch von der Abstammung ganz besonders in das aktuelle Besamungssegment der Rinder-Union West eG.  

Mister Fitness überzeugt

Einen Höhepunkt der besonderen Art konnte Dr. Hartmann beim Vorstellen der Gibor Gruppe besprechen. Gibor ist seit seinem Debüt als junger Vererber in seinen Einzelzuchtwerten sehr konstant geblieben. Auch mehr als 3000 Töchter aus dem Vererbereinsatz beweisen, dass die bekannten Stärken und Schwächen dieses Vererbers auch mit steigender Sicherheit exakt bestätigt werden. Gibor steht im bundesdeutschen Holsteinangebot für die Produktion von leistungsstarken Wirtschaftskühen, die sich durch gute Fundamente und hervorragende Euter auszeichnen. Die neunköpfige Töchtergruppe ließ auch bisher eher skeptische Züchterherzen höher schlagen. Abgerundet wird das gute Bild der Gibor Töchter, die sicherlich im breiten Durchschnitt nur gut mittelrahmig sind, durch die hervorragenden Sekundäreigenschaften, die ihm bereits jetzt den Zunamen „Mister Fitness“ beschert haben.   Alles in allem ist es den RUW Züchtern gelungen, mit einem sehr schönem Bild den Besuchern einen aktuellen Überblick über die Holsteinzucht zu vermitteln. Alle Anwesenden konnten mit guten neuen Erkenntnissen die Heimreise antreten.   Startet den Datei-DownloadDas Prämierungsergebnis als PDF zum herunterladen.   Dr. Werner Ziegler