Qualität setzt sich in Krefeld durch

Die 1.222. Zuchtviehauktion in der Niederrheinhalle zeigte: Hochwertige, leistungsstarke Tiere sind weiterhin gefragt. Besonders Qualitätsfärsen und Deckbullen überzeugten mit reger Nachfrage und…

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    Den Tagessieg erzielt die Kleinhessling GbR aus Hamminkeln mit dieser tollen Casino- Tochter. Ein Zuchtbetrieb aus dem Kreis Wesel hatte im Bieterduell den längeren Atem und erhielt für 3.600 € den Zuschlag. © Katharina Spiegelhoff
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    Martin Quartier bringt eine CONVERSE-Tochter mit einem Tagesgemelk von 41 kg Milch zur Auktion. Diese aufgeweckte Färse war einem Kunden aus dem Kreis Wesel 2.900 € wert. © Katharina Spiegelhoff
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    Willi Achten, Kempen stellte diese körper- und euterstarke Färse zum Verkauf. Mit beeindruckenden 47 kg Milch Tagesleistung wechselt sie für 3.200 € ebenfalls in den Nachbarkreis Wesel. © Katharina Spiegelhoff
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    Aus dem Betrieb Markus Stollenwerk stammt diese lackschwarze Leistungsfärse. Ihre 40 kg Milch gibt sie zukünftig in einem heimischen Zuchtbetreib. © Katharina Spiegelhoff
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    In den Kreis Viersen wechselt für 3.300 € die Bolero-Tochter von Georg Daamen aus Bedburg- Hau. Mit einem tadellosen Euter und 38 kg Milch Tagesleistung begeisterte sie ihren neuen Besitzer. © Katharina Spiegelhoff

Weiterhin angespannter Markt

Am 11. Februar 2026 fand die 1.222. Zuchtviehauktion der Rinder-Union West eG in der Krefelder Niederrheinhalle statt. Die Beschicker präsentierten ein großes Angebot an Remontierungsfärsen. Im Vorfeld der Auktion wurde ein hohes Interesse an Qualitätsfärsen von unseren italienischen Stammkunden signalisiert. Darüber hinaus fanden sich bei regnerischem Wetter zahlreiche Kunden aus der Region und Nachbarländern in Krefeld ein. Die Beschicker stellten ein ansprechendes Auktionskontigent von 12 Bullen, 6 Kühen und 210 Rindern zum Verkauf. 

Deckbullen wieder gefragt

Die geringe Verkaufsquote der Bullen im Januar sorge im Vorfeld der Februar-Auktion für Spannung, waren doch noch deutlich mehr Deckbullen gemeldet worden als im Januar. Doch schon am Morgen der Auktion fanden sich einige Bullenkäufer in der Niederrheinalle ein. Die zwölf am Morgen gekörten Bullen stießen auf reges Interesse seitens der Käufer, was zu einem raschen Auktionsverlauf führte. Über die Hälfte der aufgetriebenen Bullen konnten Preise von 3.000€ und mehr erzielen. Der Markt wurde vollständig geräumt. 

Erneut stellte der Zuchtbetrieb Horstick aus Gescher den teuersten Bullen. Der elegante rotbunte Vision PP-Sohn präsentierte sich auf exzellenten Fundamenten im Ring. Für 3.700€ wurde dieser homozygot hornlose Bulle einem belgischen Käufer zugeschlagen. 

3.600€ erzielte die Effing-Timmermann GbR, Vreden für einen ebenfalls hornlosen schwarzbunten CHAT P RDC-Sohn mit guten genomischen Zuchtwerten, der aus einer tiefen Kuhfamilie stammt und einen Interessanten aus dem Kreis Viersen überzeugte. 

Ihm folgte preislich der jüngste und zugleich am höchsten bewertete Deckbulle dieser Auktion. Der sehr gut entwickelte CONVERSE-Sohn von Volker Elsermann, Hamminkeln vereinte Leistung mit einem top Exterieur und wurde nach einem langen Bieterduell für 3.500€ einem Käufer aus dem Kreis Wesel zugeschlagen.  

Kühe erzielen Spitzenpreise

Die Qualität der sechs vorgestellten Kühe suchte ihresgleichen. Hohe Leistungsbereitschaft, ein ansprechender Rahmen und gute Fundamente überzeugten einen Käufer aus Rheinland-Pfalz sich gleich zwei Ausnahmekühe zu sichern. Die Freestyle-Tochter von Ludger Tißen aus Kleve beeindruckte mit einer aktuellen Leistung von 57 Litern und war dem Käufer 3.800 € wert. Katalognummer 22, eine tiefrote FLIGHT RED-Tochter ebenfalls aus dem Stall von Ludger Tißen, wurde mit einen Tagesgemelk von 50 kg Milch für 2.900 € in das benachbarte Bundesland verladen. Der Betrieb Holtkamp aus Vreden präsentierte eine kapitale hornlose Smaug PP- Tochter im Auktionsring. Diese Spitzenkuh glänzte mit einer Tagesleitung von 52 kg Milch und wurde für 3.300 € in den Kreis Heinsberg verkfauft. 

Insgesamt erzielten die Kühe einen hervorragenden Durchschnittspreis von 2.933€.

Färsenmarkt bleibt qualitätsbetont

Zur Februarauktion in der Krefelder Niederrheinhalle stellten die Beschicker ein großes Angebot von 210 Färsen zum Verkauf. Das qualitativ hohe Niveau der Kühe konnten die Rinder in der Breite nicht halten. Die Qualitätsansprüche der Käufer aus dem In- und Ausland werden bei sinkenden Milchpreisen nicht geringer. Das spiegelt der Marktverlauf gut wider, denn knapp ein Fünftel der Tiere erreichte keinen Zuschlagspreis von 2.000 €. Gut zehn Prozent der Tiere konnten hingegen Preise über 3.000 € erzielen. Gleich zu Beginn der Auktion konnte Mattias Bücker aus Lüdinghausen mit seiner Hamlet- Tochter einen Steigpreis von 3.300 € erzielen. Mit einer aktuellen Tagesleistung von 41 kg Milch wechselt dieses Rind in den Kreis Kleve. Kurz darauf folgte eine Crunch-Tochter von Gerhard Wickermann aus Rees. Ihre Leistungsbereitschaft von 40 kg Milch sicherte sich ein Zuchtbetrieb aus dem Kreis Viersen für 2.900 €. Mit der Katalognummer 71 stellte Willi Achten, Kempen eine Johnboy-Tochter mit einem Tagesgemelk von 41 kg Milch zum Verkauf. Ein Kunde aus dem Kreis Wesel erhielt für 3.200 € den Zuschlag für dieses körper- und euterstarke Rind. Markus Stollenwerk aus Simmerath konnte mit seiner Aptitude- Tochter einen Käufer aus dem Nachbarkreis Wesel begeistern. Mit 40 gk Milch Tagesleistung wurde diese lackschwarze Färse für 2.800 € zugeschlagen. Ein italienischer Stammkunde sicherte sich für 3.000 € die hornlose Dallas Pp-Tochter von Thomas Langenberg aus Bocholt. Für 3.100 € ersteigerte der gleiche Käufer auch die schneeweiße Remover-Tochter, ebenfalls vom Betrieb Langenberg. Dann folgte die Tagessiegerin, der Kleinhessling GbR aus Hamminkeln, im Krefelder Ring. Katalognummer 138 entfachte einen Bieterwettstreit, der erst bei 3.600 € einen Gewinner fand. Diese bunt gezeichnete Casino-Tochter melkt in Zukunft in einem Weseler Zuchtbetrieb. Eine weitere Crunch- Tochter, diesmal von Rudolf Van Hal aus Isselburg, überzeugte mit 42 kg Milch Tagesgemelk und einem Steigpreis von 3.000 € einen Kunden aus dem Kreis Wesel. Gleich zwei tolle Färsen hintereinander sicherte sich ein weiterer Kunde aus dem Kreis Wesel mit den Nummern 171, einer Foreman-Tochter von Georg Daamen, Bedburg- Hau, mit 40 kg Milch und der Nummer 172, einer SHOUT RDC- Tochter von Thomas Janssen aus Kranenburg. Beide Färsen ersteigerte der Kunde für 2.900 €. Ludwig Grave aus Borken brachte zur Mittagsstunde die Nummer 212 in den Auktionsring und sein Rind wusste zu gefallen. Zukünftig melkt diese Färse ihre 38 kg Milch in Italien. In die Städteregion Aachen wechselt eine tiefschwarze ARIZONA-Tochter aus dem Bestand von Rainer Thoenes, Kalkar. Mit ihrer Tagesleistung von 34 kg Milch erhielt sie einen Zuschlagspreis von 2.800 €. Kurz vor Schluss bot Hermann Holtkamp, Vreden zwei Spitzenfärsen zum Verkauf an. Katalognummer 261 konnte für 3.000 € im Kaufauftrag nach Baden-Württemberg vermittelt werden. Ihre ehemalige Stallgefährtin, eine Saiko-Tochter wechselt für 3.100 € in einen Zuchtbetrieb im Kreis Viersen. 

Der Durchschnittspreis der Rinder erreichte 2.394 €. Im Vergleich zum Vormonat konnte der Preis nicht gehalten werden und fiel um 174 €. 

Der Verlauf der Auktion zeigt nochmals eindrucksvoll, dass Qualität seitens der Käufer gefragt ist und honoriert wird, aber Rinder mit Ansagen, optischen Schwächen oder geringeren Leistungen nur mit Abschlägen zu vermarkten sind. Es besteht weiterhin eine hohe Auslandsnachfrage nach korrekten Laufstallfärsen. Alle Betriebe sollten dadurch motiviert sein, ihre qualitativ hochwertigen Tiere für die nächsten Auktionen zu melden. Weiterhin gefragt sind genomisch hoch getestete Tiere. Bei Fragen zur Auktionsvermarktung stehen die regionalen Vermarkter der Rinder-Union West eG bzw. das Regionalzentrum in Krefeld zur Verfügung. 

Die nächste Zuchtviehauktion der Rinder-Union West eG in Krefeld findet am 11. März 2026 statt. Anmeldungen für diese Auktion sollten bis Freitag, den 20. Februar 2026, im RUW-Regionalzentrum in Krefeld vorliegen und werden unter Tel. 02151-81899-14, per Fax 02151-81899-66 oder per Mail aleuchten@ruweg.de entgegengenommen. Für einen reibungslosen Ablauf bitten wir um Einhaltung der Anmeldefrist.

Die Kataloge zu unseren Auktionen können unter www.ruweg.de heruntergeladen werden.

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