Miss Veitsrodt 2026 kommt aus Roth im Rhein-Hunsrück-Kreis

Zahlreiche hochklassige Holstein-, Jersey- und Mutterkühe sorgten auf dem Veitsrodter Prämienmarkt für spannende Wettbewerbe und beste Werbung für die Rinderzucht in der Region.

  • RUW eG

Am Montag, dem 13. Juli 2026, fand im Rahmen des Veitsrodter Prämienmarktes die Tierschau der Züchtervereinigung Koblenz e.V. statt – ein fester Termin im Jahreskalender vieler Zuchtbetriebe. Schwarz- und rotbunte Holsteinkühe, Jerseys sowie Mutterkühe verschiedenster Rassen und Schafe kamen in den Hunsrück, um die diesjährige „Miss Veitsrodt“ zu küren.

Zu Beginn wurden im Richtring die schwarzbunten Holstein-Färsen präsentiert. Preisrichter Sebastian Leineweber aus Wenden im Sauerland (NRW) entschied sich in dieser ersten Klasse für RDF Tessa (El Grande x Mitchell) von der Rueben KG aus Münstermaifeld auf dem 1a-Platz. Die jüngste Färse überzeugte mit viel Stärke und Breite im Becken, guten Fundamenten sowie einem fest aufgehängten Euter. Dicht dahinter folgte die sehr harmonische und kraftvolle KDB Annabell, eine Solitair-Enkelin aus Short Cut von der Kröll-Drescher GbR aus Hausen-Bremscheid, die insbesondere mit ihrer hervorragenden Vordereuteraufhängung überzeugte und auf dem 1b-Platz rangierte. Den 1c-Platz belegte die sehr rahmige Cosinus-Tochter Fenja von Norbert Wendling aus Roth.

In der zweiten Klasse der rotbunten Färsen setzte sich die Sailor PP-Tochter Arielle von der Faust-Agrar GbR aus Niederweiler an die Spitze. Mit ihrer Harmonie, Stärke und Ausstrahlung überzeugte sie den Preisrichter vor der Rager Red-Tochter RDF Adeen von der Rueben KG aus Münstermaifeld auf dem 1b-Platz. Die Frisbee-Tochter Liv, ebenfalls aus der Zucht der Faust-Agrar GbR, belegte den 1c-Platz.

Die dritte Klasse mit den schwarzbunten Zweitkalbskühen entschied die extrem euter- und körperstarke BaS Hulapalu (Sidekick x Ammo-P) vom Betrieb Christian Bange aus Seibersbach für sich. Sie verwies die ebenfalls sehr korrekten Kühe La-Kick (Sidekick x Golden Dreams) und La-Fee (William x Secretariat), beide von Norbert Wendling aus Roth, auf die Plätze 1b und 1c. Mit ihrem drüsigen Euter, viel Schliff und ausgeprägter Körperstärke überzeugte BaS Hulapalu den Preisrichter so nachhaltig, dass sie später auch den Titel der Siegerkuh bei den schwarzbunten Kühen errang.

Die vierte Klasse der rotbunten Zweitkalbskühe gewann BaS Tesla, eine Global-Tochter aus Absolute Red von Christian Bange aus Seibersbach. Preisrichter Sebastian Leineweber bezeichnete sie als eine Kuh, „die jeder gerne im Stall stehen haben möchte“. BaS Tesla setzte sich gegen die auf dem 1b-Platz rangierende Sporty-Tochter STB von Paul Steinebach aus Hausen durch, die ebenfalls mit ihrem ausgeglichenen Exterieur überzeugte. Darüber hinaus sicherte sich BaS Tesla den Reservesiegertitel der jüngeren Klassen.

In der fünften und sechsten Klasse standen die Dritt- und Viertkalbskühe im Wettbewerb. Die Kombination aus einem drüsigen, fest aufgehängten Euter, viel Körperstärke und einer hervorragenden Bewegung brachte die schwarzbunte Hexe (Kenny x Effort) von Thomas Schneider aus Koblenz auf den 1a-Platz vor der sehr euterstarken Kerryhill-Tochter Gerlinde von der Ackva-Agrar GbR aus Monzingen auf Platz 1b. Später sicherte sich Hexe den Reservesiegertitel der älteren Mehrkalbskühe.

In der sechsten Klasse traten die rotbunten Mehrkalbskühe gegeneinander an. Hier setzte sich die typvolle Solito Red-Tochter BHA Dolly aus Defiant von Norbert Wendling aus Roth durch. Die Viertkalbskuh überzeugte mit offener Rippe, einem sehr drüsigen Euter, korrekten Fundamenten und guter Bewegung und verwies die auf dem 1b-Platz rangierende BaS Calea (Addison x Awesome) von Christian Bange aus Seibersbach auf den zweiten Rang. BaS Calea beeindruckte ebenfalls mit ihrem festen und drüsigen Euter.

Im Anschluss folgte der Rassewechsel. Die letzte Klasse der Bezirksschau bildeten drei Jersey-Färsen, deren Wettbewerb gleichzeitig die Siegerauswahl der Rasse darstellte. Preisrichter Sebastian Leineweber entschied sich für die sehr korrekte Victorious-Tochter BaS Celine von Christian Bange aus Seibersbach auf dem 1a-Platz und damit zur Siegerin der Rasse Jersey. Sie überzeugte mit ihrem fehlerfreien Bewegungsablauf auf hervorragenden Fundamenten sowie einem etwas fester aufgehängten Euter gegenüber der zweitplatzierten KDB Caro (Gallantry x Goldfrapp) von der Kröll-Drescher GbR aus Hausen.

Bambinis mischen auf

Bevor die Entscheidung um die diesjährige Miss Veitsrodt fiel, galt die volle Aufmerksamkeit den Jungzüchterinnen und Jungzüchtern. Sie lockten erneut zahlreiche Zuschauer an den Ring. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von vier bis sieben Jahren zeigten ihr Können im Umgang mit ihren Kälbern. Stolz präsentierten sie ihre Tiere und begeisterten sowohl Preisrichterin Christina Rueben als auch das Publikum. Schnell wurde deutlich, dass die Kinder in den vergangenen Wochen intensiv mit ihren Kälbern gearbeitet und fleißig geübt hatten. Auch bei der Befragung rund um ihre Tiere konnten Sophia von Siewers (4 Jahre), Tom Leyendecker (5 Jahre), Lejla Islamovic (5 Jahre), Klemens Faust (6 Jahre) und Marie-Luise Hemmes (7 Jahre) mit ihrem Wissen überzeugen. Von der Abstammung über das Alter bis hin zur Fütterung beantworteten sie die Fragen der Preisrichterin souverän. Alle fünf erhielten den 1a-Platz in ihrer Klasse.

Angespornt von den Bambinis gab es anschließend kein Halten mehr. Der zweijährige Johannes Drescher aus Hausen hüpfte spontan mit seiner mitgebrachten Hüpfkuh durch den Ring und startete kurzerhand in der „Pampas-Klasse“. Diese spontane Einlage sorgte für viele lachende Gesichter und wird den Zuschauern sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Stolz nahm auch er – wie alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer – einen Pokal entgegen und wurde mit großem Applaus belohnt.

 

Die große Entscheidung steht an

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete schließlich die Wahl der Miss Veitsrodt 2026. Alle Siegerkühe präsentierten sich noch einmal im Ring, bevor Preisrichter Sebastian Leineweber seine abschließende Entscheidung traf. Unter großer Spannung von Beschickern und Zuschauern fiel die Wahl auf BHA Dolly – die rotbunte Solito Red-Tochter aus dem Bestand von Norbert Wendling aus Roth.

Mit ihrem großartigen drüsigen Euter, der optimalen Strichstellung, mittlerer Kraft und Rahmen und passender Harmonie verkörpert sie eine moderne Milchkuh. Eine Kuh, die jeder gerne im Stall stehen haben möchte und die ihrem Besitzer sicherlich noch viele erfolgreiche Laktationen bescheren wird.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem herausragenden Erfolg!

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Beschickern, ohne deren Engagement eine solche Tierschau nicht möglich wäre. Für die weitere züchterische Arbeit und die kommenden Schauen wünschen wir weiterhin viel Erfolg und Freude mit solch hervorragenden Kühen.

 

Nadine Hemmes, Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz