Knapp 240 Zuchttiere vom Deckbullen bis zum Zuchtkalb wurden zur Versteigerung aufgetrieben, und zum Glück zeigte das Thermometer nicht mehr die extrem hohen Werte der vorangegangenen Woche. Dennoch konnte man sowohl den Menschen als auch den Tieren in der Halle die Auswirkungen des Hochsommers anmerken, was sich auch in der Kaufbereitschaft widerspiegelte. Die Käufer kamen vornehmlich aus dem eigenen Zuchtgebiet und den umliegenden Regionen Deutschland sowie aus Polen. Die italienischen Kunden hatte aufgrund der weiterhin hohen Temperaturen in Italien ihre Teilnahme bereits im Vorfeld abgesagt.
5.100 € für einen HANDOUT P-Sohn
Vielfach wird der Zahl 13 ja nichts Gutes zugeschreiben. Bei den 13 verbandanerkannten Deckbullen der zweiten Juniauktion in Hamm konnte man aber wohl eher von einer Glückszahl sprechen, denn alle Bullen wurden zügig und zu einem sehr ansprechenden Durchschnittspreis von 3.138 € zugeschlagen. Die herausragende Preisspitze besetzte ein HANDOUT P-Sohn aus der Zucht der Köster KG aus Steinfurt, der in allen Belangen überzeugte: Hornlosigkeit in reinerbiger Form, hohe Leistungen und Inhaltsstoffgehalte im Kuhstamm gepaart mit einem tadellosen Exterieur und einem sehr ausgeglichenen Zuchtwertprofil des Bullen selbst waren Gründe genug für einen Kunden aus der Städteregion Aachen sich diesen Bullen im Kaufauftrag zum Spitzenpreis von 5.100 € zu sichern. Mit deutlichem Abstand und auf dem zweiten Rang platzierte sich ein ARGENTUM-Sohn aus dem Bestand von Manfred Robert aus Vreden. Auch bei diesem Bullen waren die Kombination aus hohen und ausgeglichenen Zuchtwerten neben besten Leistungen im Kuhstamm die ausschlaggebenden Gründe für einen Züchter aus dem Kreis Minden-Lübbecke den Steigpreis von 4.500 € zu investieren. Es folgte der Bullen mit dem höchsten Gesamtzuchtwert des Auktionstages. Mit 156 gRZG rangierte dieser ARGENTUM-Sohn aus der Zucht von Philipp Alte-Bornholt aus Hörstel annähernd auf Besamungsbullenniveau und wurde für 3.300 € einem Züchter aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein zugeschlagen. Das Spitzenquintett wurde durch zwei weitere Bullen oberhalb der 3.000 €-Grenze komplettiert. Zum einen ein weiterer diesmal mischerbig hornloser HANDOUT P-Sohn aus der Köster KG, der für 3.200 € im Zuschlag in den Kreis Höxter verladen wurde. Und zum anderen ein Redford-Sohn aus der Zucht von Ludger Tißen aus Kleve, den sich ein Käufer aus dem Westerwald mit dem Gebot von 3.100 € für den Deckeinsatz in seinem Betrieb sicherte.
Hochsommerlicher Färsenmarkt
Der Rindermarkt war mit 137 frisch abgekalbten Färsen für eine Sommerauktion ordentlich beschickt. Die Nachfrage gestaltete sich aufgrund der sommerlichen Temperaturen allerdings etwas verhaltener, da viele Käufer die Bestandsergänzung lieber auf etwas kühlere Witterungslagen verschieben wollten und somit nicht zur Auktion angereist waren. Am Ende pendelte sich der Durchschnittspreis bei 2.377 € auf einem für die Umstände ordentlichen Niveau ein. Den Höchstpreis am Färsenmarkt sicherte sich eine schaufertig präsentierte Rager-Red-Tochter aus der Zucht von Ludger Wiewer aus Drensteinfurt. Harmonisch im Körperbau mit eine festen Oberlinie, parallel gestellten Fundamenten und einem schön ausbalancierten, festansitzenden Euter beeindruckte diese junge Färse auf der ganzen Breite. Ein Stammkunde aus den Niederlanden bewies den längsten Atem beim Bieten und erhielt den Zuschlag zum Steigpreis von 3.400 €. Auf dem preislich zweiten Rang folgte eine MOVE PP-Tochter aus der Hötger GbR aus Balve, die neben einem tadellosen Exterieur mit einem Gesamtzuchtwert von 131 gRZG und einer Einsatzleistung von weit über 40 kg punktete. Hier war es ein Züchter aus Baden-Württemberg, der im Kaufauftrag den Zuschlag für 3.300 € erhielt. Weiter ging es mit zwei Färsen zum Preis von 3.100 €. Eine Music-Tochter aus der Zucht von Meinolf Heihoff-Schwede aus Delbrück wechselte in einen Milchviehbetrieb im Kreis Wesel und eine CONVERSE-Tochter aus der Henkelmann Albers GbR aus Wadersloh wird zukünftig im Hochsauerlandkreis ihre Leistung erbringen. Je 3.000 € im Zuschlag erzielten eine Luster-Tochter und eine Rubels-Red-Tochter aus der Zucht von Ludger Wiewer. Zum gleichen Steigpreis wurden eine SPOOKY RED-Tochter aus der Zucht von Hubertus Wibbelsmann aus Melle und eine DRVER RDC-Tochter aus der Zucht von Berthold Rasche aus Lippetal verkauft. Alle vier Färsen wechselten in Betriebe im RUW-Zuchtgebiet.
Gute Qualitäten am Jungviehmarkt
Das Angebot am Jungrinder- und Zuchtkälbermarkt war mit 51 Jungrindern und 35 Zuchtkälber nicht nur von der Anzahl, sondern auch von der Qualität der angebotenen Tiere sehr ansprechend. Die Jungrinder inklusiver einiger tragender Färsen erzielten 946 € im Durchschnitt, während die Kälber für 549 € im Mittel verkauft wurden. Die tragenden Färsen auf dem Bestand von Clemens Unterste Bahrenberg aus Hattingen wechselten für Steigpreise von 1.750 € bis 1.800 €. Teuerstes Jungrind war eine reinerbig hornlose MEMBER PP-Tochter gezogen aus einer HOTSPOT P-Mutter ebenfalls aus der Zucht von Clemens Unterste Bahrenberg, die für 1.250 € im Zuschlag in den Kreis Recklinghausen verkauft wurde. Für je 1.150 € folgten eine Angle-Tochter aus der Zucht von Christoph Gerd-Holling und eine Keanu-Tochter aus der Zucht von Manfred Robert, die beide in der Region Westfalen verblieben.
Bei den Zuchtkälber gab es eine dichte Preisspitze. Für je 720 € wurden eine SMART P-Tochter aus der Zucht von Christoph Maurer aus Ratingen, eine CHAMPION-Tochter aus der Zucht von Markus Schapmann aus Ostbevern und eine CALGARY-Tochter aus der Zucht von Clemens Unterste Bahrenberg aus Hattingen verkauft. Mit einem Steigpreis von 700 € nur knapp dahinter platzierten sich eine CHAMPION-Tochter aus der Dahmen GbR aus Tönisvorst, eine ARIZONA-Tochter aus der Kortenbruck GbR aus Bergkamen und eine Daktari-Tochter aus der Zucht von Annegret Rensing aus Borken. Die Kälber wechselten in Betriebe in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Belgien.
Die nächste Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West eG in Hamm findet am Dienstag, den 4. August 2026, statt. Auktionskataloge können bei der RUW unter 0251/9288-226 angefordert werden und stehen unter www.ruweg.de zum Download bereit.




