Die 354. Zuchtviehauktion der Rinder-Union West eG in der RUW-Arena in Hamm am 2. Juni 2026 war mit knapp 140 Tieren beschickt und hatte damit eine für den Frühsommer nicht ungewöhnliche Größe. Die Qualität der Deckbullen und Rinder konnte durchweg überzeugen und so wurde die Tiere bis auf wenige Ausnahmen an neue Besitzer vermittelt. Der Durchschnittspreis am Deckbullenmarkt stieg deutlich an, während sich das Preisniveau bei den abgekalbten Färsen knapp unter dem Vormonatsniveau einpendelte. Das Marktgeschehen wurde durch die Käufer aus dem RUW-Gebiet und dem angrenzenden Niedersachsen bestimmt, während die ausländischen Kunden aus Italien und den Niederlanden ein wenig zurückhaltender agierten.
Deckbullen waren gefragt
Bei der morgendlichen Verbandsanerkennung präsentierten sich die Bullen durchweg gut entwickelt und mit fehlerfreien, korrekten Fundamenten, so dass alle dreizehn verbandsanerkannten Bullen zum deutlich angestiegenen Durchschnittspreis von 3.162 € zugeschlagen werden konnten. Den herausragenden Tageshöchstpreis erzielte Meinolf Heihoff-Schwede aus Delbrück mit einem sehr ausgeglichenen Hadley-Sohn, der mit Zuchtwerten von 143 gRZG und 2.741 RZ€ und insbesondere mit besten Zuchtwerten für die Vererbung von hohen Inhaltsstoffgehalten auf sich aufmerksam gemacht hatte. Die Gebote kletterten bis auf 4.700 € bevor Auktionator Christoph Niehues-Pröbsting den Zuschlag zu Gunsten eines Züchters aus dem Kreis Coesfeld erteilte. Weiter ging es mit zwei Kandidaten, die für je 3.900 € in neue Besitzerställe wechselten. Zum einen ein natürlich hornloser Carlo PP-Sohn, gezogen aus einer SHAKE RED-Mutter, aus der G&E Wieligmann GbR aus Westerkappeln, der mit 152 gRZG und 2.773 RZ€ und einem ausgeglichenen Zuchtwertprofil punktete und im Kreis Borken zum Deckeinsatz kommen wird. Zum anderen ein HANDOUT P-Sohn, der wie sein Vater mischerbig Hornlosigkeit vererbt, aus dem Bestand von Thomas Blömer. Auch dieser Bulle rangierte mit 145 gRZG und 2.113 RZ€ auf einem hervorragenden Niveau und wurde einem Züchter aus dem Kreis Gütersloh zugeschlagen. Ein weiterer natürlich hornloser HANDOUT P-Sohn, diesmal aus dem Bestand von Meinolf Heihoff-Schwede, wechselte zum Hammerschlag bei 3.700 € in einen Zuchtbetrieb im Kreis Coesfeld. Zum Steigpreis von 3.600 € folgte ein reinerbig hornloser DRESSMAN P-Sohn, gezogen aus einer MEMBER PP-Mutter, aus dem Bestand von Thomas Blömer, der in den Rhein-Sieg-Kreis verladen wurde. Ebenfalls homozygot hornlos war ein Can PP-Sohn aus der Zucht von Franz-Josef Aussel aus Rheda-Wiedenbrück, der für 3.400 € in einen neuen Besitzerstall im Kreis Lippe wechselte.
4.200 € am Rindermarkt
Der Gesamtauftrieb von 123 frisch abgekalbten Färsen war nicht zu umfangreich, was für eine Frühsommerauktion auch nicht ungewöhnlich ist. Die Käufer agierten wieder ähnlich wie in den Vormonaten, so dass korrekte leistungsbereite Färsen zügig ansprechende Gebote in Richtung 3.000 € und darüber erzielten. Waren Ansagen bekannt zu geben oder die Qualität konnte die Käufer nicht komplett überzeugen, waren deutlich Preiszugeständnisse hinzunehmen. Am Ende der Auktion hatte sich der mittlere Steigpreis bei 2.504 € etwas unter dem Ergebnis der Maiauktion eingependelt. Den herausstechenden Höchstpreis sicherte sich die Köster KG aus Steinfurt mit einer hornlosen Mo Red PP-Tochter, die mit Topzuchtwerten von 148 gRZG und 2.384 RZ€ bei gleichzeitig besten Zuchtwerten für Nutzungsdauer, Zellzahl und Fruchtbarkeit das Käuferinteresse auf sich gezogen hatte. Dazu noch eine passende Einsatzleistung – was will man mehr! Ein Kunde aus dem benachbarten Niedersachsen bewies beim Bieten den längsten Atem und erhielt den Zuschlag zum Steigpreis von 4.200 €. Mit etwas Abstand folgte eine Parfect-Tochter aus der Zucht von Ludger Wiewer aus Drensteinfurt. Diese tiefschwarze elegante Färse gefiel einem niederländischen Stammkunden so gut, dass er den Steigpreis von 3.500 € in sie investierte. Aus der Zucht von Dominik Weber aus Welver stammte eine tadellose ARIZONA-Tochter, die aus einem leistungsstarken Kuhstamm gezogen wurde und zum Steigpreis von 3.400 € in eine Zuchtbetrieb im Kreis Lippe verkauft wurde. Die Engemann GbR aus Rheda-Wiedenbrück reihte sich mit einer DRIVER RDC-Tochter gezogen aus eine AVENUE-Mutter in die Riege der erfolgreichen Verkäufer ein. Die Färse sicherte sich ein Stammkunde aus dem Kreis Kleve mit dem Gebot von 3.300 €. Zum Steigpreis von 3.200 € wurden fünf weitere sehr korrekte Färsen verkauft. Den Auftakt machte eine natürlich hornlose Sirius-Tochter aus der Zucht von Johannes Garnschröder aus Harsewinkel, die ebenfalls in den Kreis Kleve wechselte. Weiter ging es mit einer Braunvieh-Kreuzung aus der Zucht von Heinz-Josef Rudolphi aus Bad Lippspringe, die in einen großen Milchviehbetrieb in ihrem Heimatkreis verkauft wurde. Aus der Zucht von Manfred Robert aus Vreden stammte eine Rebel Red-Tochter, die mütterlicherseits auf die exzellente Match P-Tochter RUWSerena zurückgeht, mit einem Zuchtwert von 137 gRZG ausgestattet war und einem Züchter aus Münster zugeschlagen wurde. Eine weitere Topfärse aus der Zucht von Ludger Wiewer, diesmal eine Tower Red-Tochter, sicherte sich wieder der gleiche Stammkunde aus den Niederlanden. Und die zweite Braunviehkreuzung, diesmal von der Stiepermann GbR aus Ladbergen zum Verkauf präsentiert, sicherte sich ein Käufer aus Niedersachsen.
Die nächste Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West eG in Hamm findet am Dienstag, 30. Juni 2026 statt. Auktionskataloge können bei der RUW unter 0251/9288-226 angefordert werden und stehen zum Download bereit.




