Hamm - Rindermarkt erreicht neuen Höchstwert

Der hohe Milchpreist lässt die Nachfrage nach abgekalbten Färsen steigen.

Das Milchpreisniveau bewegt sich weiterhin auf einem ansprechenden Niveau, dementsprechend war von einer anhaltend guten Nachfrage nach abgekalbten Remontierungsfärsen für die Bestandergänzung auszugehen. Gleichzeitig überzeugten die allermeisten Färsen der 312. Zuchtviehauktion der Rinder-Union West eG in der RUW-Arena in Hamm am 3. November 2022 mit korrektem Exterieur und guten Einsatzleistungen, so dass sich der Durchschnittspreis am Rindermarkt nochmals deutlich auf einen neuen Höchstwert steigerte. Der vorangegangene Bullenmarkt zeigte einen ähnlichen Verlauf wie im Vormonat und auch der mittlere Steigpreis pendelte sich fast exakt auf den gleichen Wert ein. Die 36 aufgetriebenen Jungrinder und Zuchtkälber wurden zügig und nahezu komplett an neue Besitzer vermittelt.

Rotbunt und hornlos war gefragt


Insgesamt 26 Deckbullen standen nach der Verbandsanerkennung am Auktionsmorgen zum Verkauf und konnten durchweg mit korrekter Entwicklung und ordentlichen Fundamenten überzeugen. Die Nachfrage gestaltete sich ähnlich wie im Vormonat und auch der Durchschnittspreis pendelte sich mit 1.628 € nahezu auf dem Ergebnis des Vormonats ein. Besonders gefragt waren wieder natürlich hornlose und rotbunte Kandidaten.  Den Höchstpreis erzielte die Lölfer & Guhle GbR aus Steinfurt für einen rotbunten und natürlich hornlosen MONEY P-Sohn, der aus einer mit 91 Punkten exzellent bewerteten CASTING-Tochter gezogen wurden und mit Langlebigkeit und Leistungsbereitschaft im Kuhstamm auf sich aufmerksam machte. Ein Züchter aus dem Kreis Warendorf setzte sich in einem längeren Bieterwettstreit mit dem Gebot von 2.400 € erfolgreich gegen die zahlreichen Mitbieter und erhielt den Zuschlag. Ebenfalls rotbunt und ebenfalls hornlos war der Arino Red-Sohn WR April aus der Zucht von Ludger Wiewer aus Drensteinfurt, der zum Steigpreis von 2.300 € in einen Zuchtbetreib im Hochsauerlandkreis wechselte. Aus dem gleiche Zuchtbetrieb stammte ein Kalenji-Sohn, der mütterlicherseits auf die erfolgreiche Europaschaukuh WR Diana von Bodrum zurückgeht und zum Steigpreis von 2.200 € für einen Züchter aus dem Kreis Paderborn verladen wurde. Zum Steigpreis von 2.000 € wechselte ein reinerbig hornloser HESEKIEL PP-Sohn aus der Zucht von Franz-Josef Aussel aus Rheda-Wiedenbrück in einen Zuchtbetrieb im Kreis Gütersloh. Den gleichen Preis erzielte die Köster KG aus Steinfurt für einen natürlich hornlosen Freestyle-Sohn, der mit einem tadellosen eigenen Exterieur beeindruckte und zukünftig im Kreis Recklinghausen zum Deckeinsatz kommen wird.                                                                                                                                                                                                         

3.700 € für eine EL TORO-Tochter


Das Angebot von 125 abgekalbten Färsen traf auf eine gute Nachfrage, die sich auf Kunden aus Italien, Belgien und nahezu alle Regionen Deutschlands verteilte. Für Qualitätsfärsen mit passender Einsatzleistung wurden schnell Preise von € 2.500 € und darüber erzielt und mehr als jedes zehnte Rind übersprang die 3.000 €-Marke, wodurch sich der Durchschnittpreis auf 2.460 € nochmals deutlich erhöhte und einen neuen Spitzenwert für den Auktionsplatz Hamm erreichte. Den Tageshöchstpreis vom 3.700 € sicherte sich Johann Ahlert aus Westerkappeln mit einer körper- und euterstarken EL TORO-Tochter. Bei dieser Ausnahmefärse stimmte einfach das ganze Paket: Glasklare Fundamente, eine offene Rippe und ein schön ausbalanciertes Euter von feiner Textur, das mit einer Einsatzleistung von knapp 40 kg auch in diesem Parameter überzeugte. Sie wechselte in einen Zuchtbetrieb im RUW-Gebiet. Für 3.500 € im Zuschlag folgten ein Fitz-Tochter aus der Zucht der Grunewald-Olbing GbR aus Raesfeld und ein Man-O-Man-Tochter aus der Köster KG aus Steinfurt, die der vorgenannten nur in kleinsten Parameter nachstanden. Sie wurden für Kunden aus dem Kreis Warendorf und Belgien verladen. Aus der Zucht von Elisabeth Wacker stammte eine sehr korrekte FERRARI-Tochter, die zu Steigpreis von 3.300 € in eine Zuchtbetrieb im Kreis Coesfeld wechselte. Ein Kunde aus Sachsen-Anhalt sicherte sich den Zuschlag für eine Zoom Red-Tochter aus der Zucht von Thomas Langenberg aus Bocholt und für eine Nobel-Red-Tochter aus dem Bestand der Grunewald-Olbing GbR aus Raesfeld mit dem Gebot von je 3.200 €. Für 3.100 € im Zuschlag folgten eine SOLITAIR P-Tochter aus der Zucht von Thomas Langenberg, eine FERRARI-Tochter aus der Grunewald-Olbing GbR, eine RAFTING-Tochter aus der Zucht von Thomas Sievert aus Metelen und eine PACE RED-Enkelin aus der Zucht von Michael Knaust aus Gudensberg.

Jungrinder- und Zuchtkälbermarkt


Das Angebot von 14 Jungrindern und 22 Zuchtkälber lockte etliche Kaufinteressenten nach Hamm. Und so entwickelte sich ein zügiger Marktverlauf, der in einem Durchschnittspreis von 531 € für die Jungrinder und 448 € für die Zuchtkälber resultierte. Die teuersten Jungrinder stammten aus der Rosenbaum GbR aus Dörentrup, die eine STERNGOLD-Tochter und eine natürlich hornlose MODUL PP-Tochter für 660 € bzw. 560 € an Züchter aus dem Kreis Borken verkauften. Dazwischen platzierte sich mit 600 € die Leyer GbR aus Ahlen mit einer ebenfalls hornlosen Miracle PP-Tochter, die zur weiteren Aufzucht in den Kreis Höxter wechselte. Bei Kälbern setzte sich eine GLOBAL P-Tochter aus der Zucht von Andreas Pröbsting aus Everswinkel an die Preisspitze. Für 640 € wechselte sie in einen Zuchtbetrieb im Kreis Borken. Für je 560 € im Zuschlag folgten eine STAR P-Tochter aus der der Zucht von Franz-Josef Aussel aus Rheda-Wiedenbrück, die im Kaufauftrag nach Bayern vermittelt wurde, eine hornlose BROKER PP-Tochter aus der Zucht von Berthold Ostendarp aus Vreden, die nach Belgien verladen wurde und eine hornlose SPOILER PP-Tochter aus dem Bestand von Andreas Pröbsting, die ebenfalls an einen bayrischen Kunden vermittelt wurde.

Die nächste Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West eG in Hamm findet am Dienstag, 06. Dezember 2022 statt. Auktionskataloge können bei der RUW unter 0251/9288-226 angefordert werden und stehen unter www.ruweg.de zum Download bereit.

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