Großauftrieb am Markt in Krefeld

Allgemeine NewsAuktionsberichte

Bei passender Nachfrage konnte der Markt komplett geräumt werden.

Stresstest in Krefeld bestanden



Es war schon eine besondere Herausforderung. Zur Zuchtviehauktion der Rinder-Union West kam am 4. November ein Kontingent von 303 Holsteins zum Auftrieb. Unmittelbar vor der Auktion konnten die Umbauarbeiten am zentralen Stall in Krefeld fertiggestellt werden. Für alle Beteiligten - und dies gilt insbesondere für das überaus motivierte Auktionsteam am Auktionsplatz in Krefeld - galt es an diesem Tage, neue Wege zu gehen. Die Planungen im Vorfeld bezüglich Aufstallung und Ablauf passten am Ende, so dass sich auch bei diesem großen Auftrieb ein zügiger Markt entwickelte. Zahlreiche Kunden, die auch wegen der in die Auktion integrierte Bestandsaufgabe in Krefeld erschienen sind, tragen dazu bei, dass nach dem letzten Hammerschlag von einem geräumten Markt berichtet werden kann. Neben der Verladung ins heimische Zuchtgebiet waren es Kunden aus den Benelux Länder, Großbritannien und Italien, die das Marktgeschehen mitbestimmt haben.

Bullenmarkt mit sehr guter Qualität
Die Bullen Anerkennung war erstmals aufgrund der neuen Stallsituation nicht im großen Ring, sondern unkompliziert im Stallbereich - es bestanden 13 Jungbullen erfolgreich vor der Kommission. Die Kollektion war in der Breite sehr gut entwickelt und präsentierte sich durchweg auf einem sehr ansprechenden Fundament. Der Markt verlief dann ähnlich wie in den Vormonaten. Die Gebote kamen teils zögernd und selbst von den allerbesten Jungbullen mit sehr gutem Papier kam nur einer an die 2.000 € Grenze heran. Am Ende der Auktion lag der mittlere Zuschlag Preis bei ordentlichen 1.461 €. Den Spitzenpreis bei den Bullen sicherte sich die Zuchtstätte Klemens Belting, Hamminkeln, die wie gewohnt mit sehr gut vorbereiteten Bullen im Ring aufgetreten ist. Die 2.000 € bekam Belting für einen natürlich hornlos vererbenden Jungbullen, der sein Hornlosgen über die mütterliche Linie von Louis PP mitbekommen hat. Neben dem starken Exterieur stimmte bei diesem Jungbullen auch alles in der mütterlichen Abstammung - hohe Dauerleistungen mit extrem guten Milch Inhaltsstoffen. Dieser starke Jungbulle wird zukünftig in einem Zuchtbetrieb im Rhein-Sieg-Kreis eingesetzt. Mit einem reinerbig hornlos vererbenden Jungbullen war Rainer Thoenes, Kalkar am Start. Dieser typstarke Solitair P Sohn mit einem sehr starken genomischen Zuchtwert machte einmal mehr deutlich über welche starken Exterieur Qualitäten Solitair P verfügt. Dieser rotbunte Jungbulle stieß natürlich auch gute Nachfrage und der Hammer senkte es sich bei 1.750 € zugunsten eines Kunden aus dem Oberbergischen Kreis. Mit nur geringem Abstand folgt als Dritter der Garido Sohn, den Matthias Bongardt, Rees ganz zu Beginn der Auktion präsentierte. Ein Kunde aus dem Kreis Euskirchen investierte in diesen sehr ausgeglichen Bullen und legte dafür 1.700 € an.

Kühe aus der Bestandsaufgabe nachgefragt
Der Markt für weibliche Tiere war im Vorfeld natürlich in aller Munde. Eine komplette Herde war in drei Blöcken in die Auktion integriert. Die Nachfrage am Markt zeigte, dass der Bedarf an Remontierung groß ist. Die Kunden freuen sich über das große Angebot und können so aus der Breite Ihren Bedarf decken. Auch bei den angebotenen Kühen war großes Interesse. Natürlich ist es schon gut, wenn dann nicht nur einzelne Kühe angeboten werden, sodass auch hier von einem echten Markt gesprochen werden kann. Im Mittel brachten die 76 Kühe ordentliche 1.322 €. Der Vergleich zum Vormonat ist hier selbstverständlich wenig aussagefähig, da in der Regel nur zwei bis vier Kühe im Standardsortiment zum Verkauf kommen. Mit einer Snow Peak aus dem Bestand der Scheers-van Haag GbR, Emmerich wurde auch in dieser Abteilung die 2.000 € Grenze erreicht. Die sehr gute erste Laktation und das tadellose Exterieur der jungen Kuh überzeugten rundum. Diese Kuh wird zukünftig in einem Klever Züchterstall gemolken. Aber auch die Vererber Snowflake, Lesson und Big Point zeigten mit ihren Töchtern in der Abteilung Kühe nochmals ihre Stärken. Gebote von 1.800 € und mehr waren entsprechend zahlreich.

Färsenmarkt zu guten Preisen geräumt
Eine Augenweide war die Vermarktung der Färsen. Eine Qualität in der Breite, die wahrlich nicht jeden Monat so zusammenkommt. Beinahe 20% aller Färsen ging an diesem Tage zu Geboten von mehr als 2.000 € in neuen Bestand über. Damit errechnet sich - auch unter Berücksichtigung der Färsen aus der Bestandsaufgabe, die sicherlich nicht ganz an das Krefelder Standardsegment an diesem Tag heranreichen konnten, ein mittlerer Zuschlagpreis von 1.806 €. Sowohl die Kunden, die allerbeste Färsen mit nach Hause nehmen konnten, als auch die Verkäufer waren nach Ende der Auktion mit dem Marktverlauf weitgehendst einverstanden. Unter den Spitzenfärsen ging ein Quartett bei 2.400 € aus dem Ring. Dies waren aus der Kollektion von Markus Theunissen, Wipperfürth gleich zwei überaus starke rotbunte Exterieurfärsen. Zunächst eine Arino Red, die natürlich hornlos vorgestellt wurde. Ihre mütterliche Abstammungsinformationen beeindrucken durch die enorme Dauerleistung sowohl bei der Mutter als auch Großmutter und auch 3. Großmutter reiht sich als Dauerleistungskuh beeindruckend in diese großartige Information ein. Ein belgischer Kunde war Preissieger beim Bieten. Die Jacot Red Tochter aus diesem Bestand beeindruckte natürlich ebenfalls durch die Dauerleistungsinformationen auf mütterlicher Seite. Diese tolle Färse geht in einen niederländischen Zuchtbetrieb. Im Kreis Wesel verbleibt zum Tageshöchstpreis eine Epochal Tochter aus der Sander GbR, Hünxe. Die Färse bestach wie so viele durch ihren überragenden Körper und das fest ansitzende, drüsige Euter. Diese enorme Entwicklung im Körper gepaart mit klaren Fundamenten und spitzen Euter zeigte auch die Bretagne Tochter aus der gewohnt starken Kollektion von Hartmut Neuenhoff, Schermbeck. Diese Färse geht an einen weiteren Kunden aus den Niederlanden. Es sprengt den Rahmen auf alle weiteren top Färsen einzugehen. Unter den Spitzentieren der Auktion gefielen einige sehr starke Töchter des RUWselect Bullens Cincinnati aber auch Plenty war wieder mit hervorragenden Töchtern im Ring vertreten. Gut gefallen weiterhin die Töchter der bewährten RUW Vererber wie Cover, Simba sowie Bretagne und Pace Red.


Die nächste Zuchtviehauktion der Rinder-Union West eG findet statt am 09. Dezember 2020. Anmeldungen für diese Auktion sollten bis Freitag, 20. November 2020 im RUW-Regionalzentrum in Krefeld vorliegen und werden unter Tel. 02151 81899-14, per Fax 02151 81899-66 oder per E-Mail: aleuchten@ruweg.de entgegengenommen.



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