Den Käufern stand ein breites Angebot bestehend aus 26 Deckbullen und knapp 200 Färsen und Kühen zur Auswahl zur Verfügung, das für alle Wünsche etwas Passendes bereithielt. Entgegen der allgemeinen Erwartung, dass die rückläufigen Milchpreise auch die Zuchtviehpreise negativ beeinflussen würden, entwickelte sich ein sehr stabiles Marktgeschehen. Hier waren es wieder einmal unsere ausländischen Stammkunden, die einen großen Anteil am reibungslosen Absatz hatten.
Großes Bullenkontigent komplett abgesetzt
Nach der morgendlichen Verbandsanerkennung standen insgesamt 26 Deckbullen aus den verschiedenen Kategorien zur Versteigerung bereit und trafen auf eine ausgeglichene und motivierte Käuferschaft. Am Ende des Bullenmarktes waren alle Bullen zum Durchschnittspreis von 3.100 € an neue Besitzer vermittelt worden. Den Tageshöchstpreis bei den Bullen sicherte sich Mayland, ein reinerbig hornloser MEMBER PP-Sohn aus der Zucht von Franz-Josef Aussel aus Rheda-Wiedenbrück. Mayland vereinte Langlebigkeit und Leistungsbereitschaft im Kuhstamm mit einem hervorragenden eigenen Exterieur und wurde nach längerem Bieterwettstreit für 4.500 € an einen Züchter aus dem Hochsauerlandkreis verkauft. Aus dem gleichen Bestand und nur eine Katalognummer später im Ring erzielte Melvin, ein weiterer reinerbig hornloser MEMBER PP-Sohn, den Spitzenpreis von 4.400 €. Auch Melvin bot ein komplettes Paket und wird zukünftig im Kreis Warendorf zum Deckeinsatz kommen. Den gleichen Steigpreis erzielte Meinolf Heihoff-Schwede aus Delbrück mit einem AltaKawaii-Sohn, der mit hohen Zuchtwerten von 145 gRZG und 2.549 RZ€ beeindruckte und in den Kreis Gütersloh verkauft wurde. Aus dem gleichen Verkäuferstall stammte auch ein natürlich hornloser Bulldozer-Sohn, der mit seiner tiefroten Farbe und seinem imposanten Erscheinungsbild einen belgischen Züchter für sich begeisterte und für 4.000 € zugeschlagen wurde. Das Quintett der Spitzenbullen wurde durch einen weiteren Kandidaten aus der Zucht von Meinolf Heihoff-Schwede komplettiert. In diesem Fall war es ein Boeing-Red-Sohn, der aus einem leistungsstarken Kuhstamm mit hervorragenden Eiweißleistungen gezogen wurde und zum Gebot von 3.900 € einem Züchter aus dem Kreis Coesfeld zugeschlagen wurde.
Stabile Nachfrage am Färsenmarkt
Trotz der rückläufigen Entwicklung bei den Milchpreisen sorgte die Bereitschaft der Käufer, für qualitativ hochwertige Rinder weiterhin hohen Steigpreis zu zahlen, bei den Verkäufern regelmäßig für zufriedene Gesichter. Denn am Ende pendelte sich der Durchschnittspreis für die gut 180 verkauften Färsen bei knapp 2.800 € etwas über dem Preisniveau der vorangegangenen Auktion ein. Einen großen Anteil hieran hatten die Kunden aus den Beneluxländern und insbesondere aus Italien, die sich einen großen Teil der angebotenen Tiere sicherten. In der Spitzengruppe platzierten sich gleich drei Topfärsen aus der Zucht von Dirk Feldhaus aus Herten. Allen voran die Katalognummer 87, eine Parfect-Tochter, die in allen Belangen überzeugte – angefangen bei dem tadellosen Exterieur bis hin zu einer Einsatzleistung von gut 46 kg Milch ließ diese Ausnahmefärse keine Wünsche offen. Ein Züchter aus dem Kreis Borken hatte sich diese Färse ganz oben auf den Wunschzettel geschrieben und setzte sich mit dem Gebot von 4.600 € letztlich auch erfolgreich gegen die zahlreichen Mitbieter durch. Weiter ging es mit einer Basic-Tochter, die für den Steigpreis von 3.900 € in einen Milchviehbetrieb im Hochsauerlandkreis verkaufte wurde, und einer Shimmer-Tochter, die sich ein niederländischer Stammkunde im Kaufauftrag für den Hammerschlag beim Gebot von 3.800 € sicherte. Beide Färsen präsentierten sich ohne Fehl und Tadel im Hammer Auktionsring. Ebenfalls 3.900 € erzielte Michael Roer aus Everswinkel für eine lackschwarze und leistungsbereite HUSAR P-Tochter, die den Vorgenannten in nichts nachstand und an einen Züchter aus dem Hochsauerlandkreis verkauft wurde. Der gleiche Käufer sicherte sich zum Steigpreis von 3.800 € auch Capone-Tochter aus der Zucht von Marcel Biermann aus Eslohe. Es folgten fünf weiter Topfärsen, die für je 3.700 € in neue Betriebe im RUW-Gebiet und in Belgien vermittelt wurden. Darunter eine Mitchell- und eine Kurvers-Tochter aus der Zucht von Ludger Wiewer aus Drensteinfurt, eine RAFTING-Tochter aus der WM Milch Sissmann GbR aus Waltrop, eine SPOILER P-Tochter aus der Zucht von Paul Buening aus Warendorf und eine Casino-Tochter aus dem Zuchtbetrieb Meinolf Heihoff-Schwede aus Delbrück.
Die nächste Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West eG in Hamm findet am Dienstag, 6. Januar 2025 statt, dann wieder mit einem Jungviehkontingent. Auktionskataloge können bei der RUW unter 0251/9288-226 angefordert werden und stehen unter www.ruweg.de zum Download bereit.
Nur drei Tage später findet am Abend des Freitags, 9. Januar 2026 der 35. HIGHLIGHTsale in der RUW-Arena in Hamm statt, nachdem sich vorher die RUW-Jungzüchter beim großen RUW-Jungzüchtertag in verschiedenen Wettbewerben gemessen haben.





