Auktion Hamm: Färsen heiß begehrt

Bei herrlichem Frühsommerwetter fand am 1. Juni 2021 die 295. Zuchtviehauktion der Rinder-Union West eG in den Zentralhallen in Hamm mit einem überschaubaren Angebot an Deckbullen, Färsen und Kühen…

Nach mehreren Wochen mit zum Teil ergiebigen Niederschlägen und für den Mai sehr niedrigen Temperaturen hielt der Frühsommer pünktlich zum Junianfang dann doch Einzug. Bei herrlichem Frühsommerwetter fand am 1. Juni 2021 die 295. Zuchtviehauktion der Rinder-Union West eG in den Zentralhallen in Hamm mit einem überschaubaren Angebot an Deckbullen, Färsen und Kühen sowie einigen Jungtieren statt. Dem Wetter entsprechend war die Anzahl der anwesenden Kunden sehr gering, wodurch die Nachfrage am Bullenmarkt etwas verhaltener ausfiel. Ein ganz anderes Bild zeigte sich am Rindermarkt. Eine große Anzahl Kunden aus Italien, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Belgien konkurrierten um die leistungsbereiten Remontierungsfärsen, was den Durchschnittpreis nochmals deutlich ansteigen ließ. Ebenso waren der Jungrinder- und Zuchtkälbermarkt von einer starken Nachfrage gekennzeichnet.

Hornlosgentik in der Preisspitze

Ein für den Hammer Auktionsplatz kleines Angebot von 20 qualitativ ansprechenden Deckbullen stand nach der morgendlichen Verbandsanerkennung zum Verkauf. Aufgrund der schönen Wetterlage waren allerdings nur wenige Käufer zur Auktion angereist, so dass sich auch die Nachfrage etwas verhaltener gestaltete und sich am Ende ein Durchschnittspreis von 1.392 € einpendelte. Teuerster Deckbulle des Auktionstages war der reinerbig hornlose Gold PP-Sohn WR Golmaron aus der Zucht von Ludger Wiewer aus Drensteinfurt. WR Golmaron stammte aus dem bekannten Morelle-Kuhstamm der Zuchtstätte Wiewer und bot ein rundum komplettes Paket aus Leistung, hohen Inhaltsstoffgehalten und exzellentem Exterieur im Kuhstamm sowie ein tadelloses eigenes Erscheinungsbild. Ein Käufer aus dem Hochsauerlandkreis setzte sich gegen die zahlreichen Mitbieter durch und erhielt den Zuschlag beim Gebot von 2.500 €. Es folgte ein weiterer natürlich hornloser Bulle: Der Stick-R PP-Sohn LAN Strike aus der Zucht von Thomas Langenberg aus Bocholt überzeugte ebenfalls mit einer guten Entwicklung und einem korrekten Fundament, gepaart mit Langlebigkeit und Leistungsbereitschaft im Kuhstamm. Er wurde zum Steigpreis von 1.900 € in den Kreis Coesfeld verkauft. Zum Steigpreis von 1.700 € folgten zwei weitere Bullen. Ein natürlich hornloser Ecco PP-Sohn aus der Zucht von Michael Schnöde-Erves aus Eslohe wechselte in einen Züchterstall im Rhein-Sieg-Kreis und ein Vogue-Red-Sohn gezogen aus der MATISSERED-Mutter THD Monika aus der Zucht von Ludger Tißen aus Kleve wurde für einen Züchter aus dem Kreis Gütersloh verladen.

Rasanter Färsenmarkt

Das Angebot an leistungsbereiten und korrekten Laufstallfärsen für die Remontierung hätte gerne größer sein dürfen, denn es traf auf eine sehr gute Nachfrage, die insbesondere durch die angereisten Kunden aus Italien, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Belgien beflügelt wurde. Die Abgabe der Gebote erfolgte äußerst flott und bei weit mehr als der Hälfte der Färsen schlug der Auktionator erst bei Geboten von 2.000 € oder mehr zu. Am Ende des Auktionstages resultierte ein hervorragender Durchschnittspreis von 1.917 €, der deutlich über dem Vormonatsergebnis lag und für sehr zufriedene Gesichter bei den Verkäufern sorgte. Der Tageshöchstpreis von 2.700 € wurde am Färsenmarkt gleich zweimal erzielt. Den Auftakt machte eine junge, frisch abgekalbte Lambda-Tochter aus der Zucht von Heinz-Josef Rudolphi aus Bad Lippspringe. Sie wurde aus einer ADVENTURE-Mutter gezogen und beeindruckte mit Stärke, korrekten Fundamenten und einem festansitzenden Spitzeneuter. Ein Züchter aus den benachbarten Niederlanden bewies den längsten Atem und erhielt den Zuschlag für diese schicke schwarzbunte Topfärse. Zum gleichen Steigpreis wurde eine MATISSERED-Tochter aus der Zucht von Meinolf Heihoff Schwede aus Delbrück an einen bekannten Holstein-Zuchtbetrieb in den Niederlanden verkauft. Sie wurde aus einer leistungsstarken DEEPSPACE-Mutter gezogen und überzeugte mit einer passenden Einsatzleistungen und einem ebenso tadellosen Exterieur wie die Vorgenannte. Preislich knapp dahinter platzierte sich eine weitere absolut sehenswerte MATISSERED-Tochter aus der Zucht von Ludger Wiewer aus Drensteinfurt. Ausgestattet mit glasklaren Fundamenten und einem schön ausbalancierten Euter stand sie bei vielen Käufern auf dem Wunschzettel. Den Zuschlag sicherte sich am Ende aber ein belgischer Stammkunde mit dem Gebot von 2.600 €. Ein weiterer Stammkunde aus Belgien behauptete sich im Bieterwettstreit um eine Casino-Tochter aus der Zucht von Burkhard Diekmann aus Soest gegen die Mitstreiter und erhielt den Zuschlag zum Preis von 2.500 €. Für 2.400 € folgten drei weitere Spitzenfärsen, die sich mit Tagesgemelken von um die 40 kg Milch und tadellosem Exterieur im Ring präsentierten. Darunter eine MISSION P-Tochter aus JULANDY-Mutter, die von Gregor Laukamp aus Rosendahl in die Niederlande verkauft wurde. Eine SNOWBOARD-Tochter aus der Zucht von Frank Hötger aus Balve, die sich ein belgischer Stammkunde sicherte. Und eine Billard-Tochter aus der Zucht von Norbert Dünninghaus aus Oelde, die aus einer CARALL-Mutter gezogen wurde und zukünftig in Italien gemolken wird.

Jungtiermarkt zügig geräumt

Mit 6 Jungrindern und 8 Zuchtkälbern war das Angebot wieder ein wenig größer als im Vormonat und traf auf eine gute Nachfrage. Die Jungrinder wurden dabei zum Durchschnittspreis von 567 € verkauft, die Kälber zum mittleren Steigpreis von 363 €. Die teuersten Jungrinder stammten aus der Zucht von Martin Fögeling aus Rosendahl. Eine Humblenkin-Tochter wurde für 650 € und eine Harper-Tochter für 600 € zugeschlagen. Aus der Zucht von Bernd Lösing aus Vreden stammte eine JULANDY-Tochter, die für ebenfalls 600 € verkauft wurde. Bei den Zuchtkälbern platzierten sich drei Tiere aus der Lölfer & Guhle GbR aus Steinfurt auf den vorderen Rängen. Zwei Goloman-Töchter erzielten 460 € bzw. 440 € und eine STORMY RED-Tochter wurde für 400 € zugeschlagen. Alle Jungrinder und Zuchtkälber verblieben im RUW-Zuchtgebiet.

Die nächste Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West eG in Hamm findet am Dienstag, 6. Juli 2021 statt. Auktionskataloge können bei der RUW unter 0251/9288-226 angefordert werden und stehen unter www.ruweg.de zum Download bereit.

Preisspiegel

Tierart

Angebot

Verkauft

Preisspanne in €

Durchschnittspreis

Differenz

Bullen

20

18

   950 – 2.500

1.392

-115

Kühe

5

5

1.300 – 2.100

1.520

  +30

Rinder

121

120

   800 – 2.700

1.917

+177

Jungrinder

6

6

500 – 640

567

 

Kälber

8

8

        240 – 460

363

+203

Klemens Oechtering

Der Artikel wurde geschrieben von:

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