Am 4. August 2026 fand die 356. Zuchtviehauktion der Rinder-Union West eG in der RUW-Arena in Hamm statt. Unter Berücksichtigung der aktuellen Rahmenbedingungen, wie Milchpreisniveau, Aussichten für die weitere Grundfutterernte und die wieder hochsommerlichen Temperaturen am Auktionstag, verlief die Auktion zügig und auf einem nahezu identischen Preisniveau wie das Mal zuvor. Die Käufer agierten qualitäts- und preisorientiert, so dass herausragende Preisspitzen an diesem Tag rar gesät waren. Der Großteil der Färsen wurde im eigenen Verbandsgebiet abgesetzt, ergänzt durch Käufer aus den angrenzenden Regionen und Italien.
Hornlosgenetik war gefragt bei den Bullen
Nach der Verbandsanerkennung am Auktionsmorgen standen insgesamt 19 Deckbullen zum Verkauf bereit. Die Bullen waren durchweg hervorragend entwickelt und mit sehr korrekten Fundamenten ausgestattet, so dass sich der Auktionsverlauf gleich von Beginn an sehr zügig gestaltete und am Ende ein Durchschnittspreis von 3.182 € resultierte. Den Tageshöchstpreis sicherte sich Manfred Robert aus Vreden mit Midas, einem reinerbig hornlosen MEETING P-Sohn, gezogen aus einer leistungsstarken und mit 87 Punkten bewerteten SECURITY P-Mutter. Parallel zur Hornlosigkeit verfügte Midas über einen Gesamtzuchtwert von 142 gRZG mit besten Werten für Nutzungsdauer, Töchterfruchtbarkeit und Gesundheitsmerkmale und präsentierte sich sehr harmonisch im Auktionsring. Der Zuschlag fiel nach langem Bieterwettstreit zu Gunsten eines österreichischen Kunden, für den der Bulle im Kaufauftrag für 4.600 € ersteigert wurde. Ebenfalls reinerbig hornlos war der Daktari-Sohn Dagorio, aus der Zucht von Meinolf Heihoff-Schwede aus Delbrück. Dagorio war der Körsieger des Tages und beeindruckte mit einer ausgewöhnlichen Entwicklung und allerbesten Fundamentmerkmalen. Bis auf 4.300 € kletterten die Gebote bevor der Zuschlag für einen Züchter aus der Städteregion Aachen fiel. Auf dem preislich dritten Rang folgte nur knapp dahinter ein weiterer Bulle aus dem Bestand von Manfred Robert. Diesmal war es ein mischerbig hornloser Memphis PP-Sohn mit Zuchtwerten von 146 gRZG und 2.258 RZ€, den sich ein Züchter aus dem Kreis Steinfurt zum Steigpreis von 4.200 € für den Deckeinsatz sicherte. Zwei weitere Topbullen, die zum Steigpreis von 3.700 € verkauft wurden, komplettierten das Spitzenquintett. Zum einen ein sehr korrekter HANDOUT P-Sohn aus der Zucht der Köster KG aus Steinfurt, der nach Hessen verladen wurde und zum anderen ein reinerbig hornloser Powerpolle-Sohn aus der Zucht von Elisabeth Wacker-Diese aus Steinfurt, der zukünftig im Raum Münster zum Deckeinsatz kommen wird.
Gute Qualität am Färsenmarkt
Das Angebot am Färsenmarkt umfasste gut 130 frisch abgekalbte und durchweg leistungsbereite Rinder. Bereits beim morgendlichen Rundgang durch die Stallgasse fiel die einheitliche und ansprechende Qualität der Rinder ins Auge. Und so entwickelte sich trotz der sommerlichen Temperaturen ein recht zügiger Marktverlauf, der mit einem Durchschnittspreis von 2.343 € ein Ergebnis knapp unter dem der vorangegangenen Auktion erreichte. Die kompakte Preisspitze lautete „3 x 3.000“. Den Auftakt machten zwei gerade zwei Jahre alte junge Färsen aus der Zucht der WM Milch Sissmann GbR aus Waltrop. Zuerst eine SPOOKY RED-Tochter gezogen aus einer RACE RED-Mutter, die sich als moderne mittelrahmige Laufstallfärse mit einem Zuchtwert von 134 gRZG präsentierte und in einen Zuchtbetrieb im Hochsauerlandkreis verkauft wurde. Zum anderen eine GARANTIE-Tochter, die ihrer vorgenannten Stallgefährtin in nichts nachstand und ihrem neuen Besitzer aus dem Kreis Warendorf unter Garantie Freude bereiten wird. Das Trio wurde durch eine nahezu schaufertige und in allen Belangen beeindruckende Rager Red-Tochter aus der Zucht von Ludger Wiewer aus Drensteinfurt bereichert, die sich ein Stammkunde aus dem Kreis Coesfeld zum Steigpreis von 3.000 € nicht entgehen ließ. So kompakt wie die Preisspitze begonnen hatte, so kompakt ging es auch weiter, denn der Steigpreis von 2.900 € wurde vom Auktionator gleich acht Mal beim Hammerschlag aufgerufen. Drei Färsen dieser Gruppe stammten aus der Zucht von Dirk Feldhaus aus Herten und beeindruckten mit Einsatzleistung deutlich oberhalb von 40 kg. Eine Luster-Tochter wird zukünftig im Kreis Coesfeld gemolken, eine Renegade-Tochter am Niederrhein und eine Pursuit-Tochter in Niedersachsen. Aus der WM Milch Sissmann GbR stammten eine ARIZONA-Tochter und eine Picard-Tochter, die zukünftig in Betrieben im Kreis Coesfeld und in Niedersachsen ihre Leistung erbringen werden. Eine der ersten CR7-Töchter in Milch wurde von Elisabeth Wacker-Diese aus Steinfurt an einen Züchter aus dem Kreis Lippe verkauft. Und last but not least reihten sich zwei Casino-Tochter in die zweite Spitzengruppe ein. Zum einen die jüngste Färse der Augustauktion aus dem Bestand der Lefting Agrar GbR aus Lippetal und zum anderen eine Färse aus der Zucht von Christoph Wißling aus Ahlen. Beide Färsen wechselten in Betriebe im RUW-Gebiet.
Die nächste Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West eG in Hamm findet am Dienstag, 1. September 2026 statt. Auktionskataloge können bei der RUW unter 0251/9288-226 angefordert werden und stehen unter www.ruweg.de zum Download bereit.



