Spitzenpreise bei Maiauktion

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Der Wonnemonat Mai machte seinem Namen alle Ehre, denn die Sonne lachte strahlend während die 306. Zuchtviehauktion in der „RUW-Arena“ in Hamm in rasantem Verlauf zu neuen Höchstpreisen eilte.

Der Wonnemonat Mai machte seinem Namen alle Ehre, denn die Sonne lachte strahlend vom nahezu wolkenlosen Himmel, während die 306. Zuchtviehauktion in der „RUW-Arena“ in Hamm in rasantem Verlauf zu neuen Höchstpreisen eilte. Die Zahl der angereisten Kaufinteressenten war aufgrund der regional anstehenden Grasernte oder der Maislandbestellung zwar recht überschaubar, doch die anwesenden Kunden waren bereit, für qualitativ hochwertige Tiere auch beste Preise zu bezahlen. Und so entwickelte sich vom Deckbullenmarkt zu Beginn über den Rindermarkt bis hin zu den Zuchtkälbern ein rasantes Bietgeschehen, dass sowohl am Deckbullenmarkt als auch am Färsenmarkt in neuen Höchstpreisen resultierte.

Doppelspitze am Deckbullenmarkt


Der Deckbullenmarkt war für eine Maiauktion mit nur 17 Bullen sehr überschaubar. Die Bullen beeindruckten durchweg mit bester Entwicklung und sehr korrekten Fundamenten und stießen auf eine sehr gute Nachfrage, die auch weitere Bullen aufgenommen hätte. Dementsprechend zügig wurden die Gebote abgegeben, so dass der Durchschnittspreis auf einen neuen Rekordwert von 2.100 € in die Höhe schnellte. Den Höchstpreis von 3.300 € besetzte eine Doppelspitze von zwei reinerbig hornlosen Deckbullen. Den Anfang machte gleich die Katalognummer 1 des Auktionstages, der SOLITAIR P-Sohn Soltau, der von der Grunewald-Olbing GbR aus Raesfeld zum Verkauf präsentiert wurde. Soltau vereint alles, was man sich bei einem Deckbullen wünscht: Langlebigkeit, Leistungsstärke, hohe Eiweißgehalte und bestes Exterieur im Kuhstamm und dazu noch ein tadelloses eigenes Erscheinungsbild des Bullen selbst. Der Bulle wurde im Kaufauftrag für einen Kunden aus Luxemburg ersteigert. Der Zweite im Bunde war ein BROKER PP-Sohn aus der Zucht von Frank Fögeling aus Senden, der aus einer leistungsstarken LABEL P-Mutter gezogen wurde und wie der vorgenannte Bulle über ein tadelloses eigenes Exterieur verfügte. Ein Züchter aus dem Ruhr-Lippe-Kreis sicherte sich den Zuschlag vor den zahlreichen Mitbewerbern. Mit etwas Abstand folgte der teuerste schwarzbunte Bulle des Auktionstages. Der SPUTNIK RDC-Sohn Spooky aus der Zucht der WM Milch Sissmann GbR aus Waltrop beeindruckte mit einem genomischen Zuchtwert von 146 gRZG und einem ausgeglichenen Zuchtwertprofil. Spooky wurde ebenfalls im Kaufauftrag vermittelt und wird zukünftig in Baden-Württemberg zum Deckeinsatz kommen. Es folgten ein natürlich hornloser MATTY P-Sohn aus dem Bestand von Meinolf Heihoff Schwede aus Delbrück, der für 2.400 € in den Märkischen Kreis verkauft wurde, und ein Twitch-Sohn aus der Zucht von Thomas Langenberg aus Bocholt, der zum Gebot von 2.300 € einem Züchter aus dem Kreis Warendorf zugeschlagen wurde.

Neue Rekordwerte am Färsenmarkt


Das Angebot von 115 frisch abgekalbten Färsen traf am Rindermarkt auf eine sehr gute Nachfrage, die gerne auch noch weitere Tiere aufgenommen hätte. Die Käufer kamen vorrangig aus dem eigenen Zuchtgebiet und wurden durch Kunden aus Italien und den Niederlanden und Belgien ergänzt. Der Marktverlauf konnte gleich von Beginn an als rasant bezeichnet werden, denn schon nach wenigen Tieren wurde erstmals der Steigpreis von 3.000 € erzielt. Bis zum Ende des Rindermarktes konnten insgesamt zehnmal Steigpreise von 3.000 € und mehr verzeichnet werden. Der Durchschnittspreis katapultierte sich auf einen neuen Rekordwert von 2.267 € für den Auktionsplatz Hamm. Und dennoch konnte eine qualitätsbewusstes Bietverhalten bei den Käufern beobachtet werden, was sich an der breitgefächerten Preisspanne von 1.150 € bis 3.900 € deutlich zeigte. Den herausragenden Spitzenpreis von 3.900 € sicherte sich die Köster KG aus Steinfurt mit einer natürlich hornlosen und kapitalen RAFTING-Tochter, die auch in puncto Euter- und Fundamenteigenschaften kaum Wünsche offen ließ. Sie bestätigte damit den starken Eindruck, den die Nachzuchtgruppe ihres Vater RAFTING beim Tag der offenen Stalltür am 22. April 2022 in Münster hinterlassen hatte. Ein Züchter aus dem Kreis Warendorf setzte sich gegen die zahlreichen Mitbieter durch und erhielt den Zuschlag von Auktionator Christoph Niehues-Pröbsting. Aus der Zucht von Hubert Brosterhues aus Selm stammt eine KENSINGTON-Tochter, die mit einem schön ausbalancierten Euter mit feiner Textur und glasklaren Fundamenten beeindruckte. Für den Steigpreis von 3.500 € wechselte auch diese Topfärse nach langem Bieterwettstreit in einen Zuchtbetrieb im RUW-Gebiet, diesmal im Kreis Recklinghausen. Ein niederländischer Kunde bewies bei der Jaguar-Tochter Molly aus der Zucht von Dirk Feldhaus aus Herten den längsten Atem und erhielt den Zuschlag für diese sehr leistungsstarke Färse zum Gebot von 3.300 €. Es folgten eine Comingo-Tochter aus der Grundwald-Olbing GbR aus Raesfeld und eine Sound System-Tochter aus der Zucht von Heinz-Josef Rudolphi aus Bad Lippspringe, die für 3.200 € bzw. 3.100 € in Zuchtbetriebe im Kreis Gütersloh und in den Niederlanden verkauft wurden. Weitere fünf Spitzenfärsen erzielten 3.000 € im Zuschlag.

Kleines Jungviehangebot


Das kleine Angebot von zwei Jungrindern und neun Zuchtkälbern wurde ebenfalls sehr gut nachgefragt und komplett an neue Besitzer vermittelt. Die Jungrinder kosteten 530 € im Mittel; die Kälber erzielten 427 € im Durchschnitt. Damit konnten die hohen Durchschnittspreise der Aprilauktion nicht ganz erreicht werden, die allerdings auch durch einige züchterisch interessantere Tiere deutlich über den üblichen Monatsdurchschnittswerten lagen. In der Preisspitze platzierten sich eine natürlich hornlose MONEY P-Tochter und eine SPUTNIK RDC-Tochter aus der Zucht von Alexander Drerup aus Steinfurt, die aus einer TABLEAU und einer PACE RED-Mutter gezogen wurden und für 540 € bzw. 520 € im Zuschlag in einen Zuchtbetrieb im Ruhr-Lippe-Kreis verkauft wurden. Ebenfalls 520 € erzielte Gerhard Wedell aus Kamen für eine bestens entwickelte Bonum-Tochter, die in einen Zuchtbetrieb im Kreis Coesfeld wechselte. Es folgte eine weitere MONEY P-Tochter, diesmal aus der Zucht von Thomas Wiethege aus Halver, die zum Steigpreis von 500 € nach Niedersachsen verkauft wurde. Ihre Rusty-Red-Mutter wurde kurz zuvor am Färsenmarkt für 2.000 € in die Niederlande verkauft.

Die nächste Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West eG in Hamm findet am Dienstag, 7. Juni 2022 statt. Auktionskataloge können bei der RUW unter 0251/9288-226 angefordert werden und stehen unter www.ruweg.de zum Download bereit.

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