Sommerauktion in Hamm

Allgemeine News Auktionsberichte

Am 07. Juli  2020 fand die 284. Zuchtviehauktion in der Rinder-Union West eG in den Zentralhallen in Hamm statt. Insgesamt 200 Tiere wurden zum Versteigerungsbeginn in der Halle gezählt. Die Einhaltung der notwendigen Hygienemaßnahmen im Rahmen der Corona-Schutzverordnung war mittlerweile eingeübt und wurde, wie schon im Juni, von den anwesenden Personen gewissenhaft umgesetzt. Während der Deckbullenmarkt sehr zäh startete, entwickelte sich am Färsen- und Jungviehmarkt ein zügiges Bietgeschehen. Großen Einfluss auf den Marktverlauf hatten die Kunden aus Italien, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg, die einen Großteil der angebotenen Tiere ersteigerten. Unterstützt wurden sie durch Kunden aus nahezu allen Regionen Deutschlands.

Hornlos zum ersten, zweiten und dritten

Der Deckbullenmarkt war mit 29 verbandsanerkannten Bullen gut beschickt. Die Bullen erfüllten zum Großteil die an sie gestellten Anforderungen, standen allerdings einer zu geringen Anzahl von Kaufinteressenten gegenüber, so dass ein größerer Teil der Deckbullen im Überstand verblieb. Trotz allem pendelte sich der Durchschnittspreis bei 1.469 € nahezu auf dem Niveau des Vormonats ein. Der mit Abstand teuerste Bulle der Juliauktion war der My Dream P-Sohn WAC My Way aus der Zucht von Elisabeth Wacker aus Steinfurt. My Way vererbt die Hornlosigkeit in reinerbiger Form, so dass seine Nachkommen zu 100 % nicht mehr enthornt werden müssen, und stammt aus einem leistungs- und inhaltsstoffstarken Kuhstamm. Und der Bullen war bei mehreren Kaufinteressent auf der Wunschliste, so dass der Steigpreis bis auf 2.600 € kletterte, bevor Auktionator Christoph Niehues-Pröbsting den Zuschlag für eine Kunden aus Schleswig-Holstein ersteilte. Mit deutlichem Abstand folgte ein King Doc-Sohn aus der Zucht von Heinz Hesse aus Bad Wünnenberg, der aus einer exterieurstarken und schauerfahrenen Sudan-Tochter gezogen wurde. Für 1.900 € im Zuschlag wechselte dieser Bulle in einen Milchviehbestand in Bayern. Den preislich dritten Rang belegte wieder ein natürlich hornloser Bulle. Diesmal war es ein HOTSPOT P-Sohn, gezogen aus einer MISSION P-Mutter aus der Zucht von Hans-Peter Paeßens aus Uedem. Für 1.600 € wurde der Bulle einem luxemburgischen Kunden zuschlagen. Für 1.500 € folgten drei weitere Bullen die allesamt Träger des Hornlosgens sind.

Zwillingspaar besetzt die Preisspitze

Der Färsenmarkt konnte wieder mit qualitativ ansprechenden und leistungsbereiten jungen Färsen überzeugen. Insgesamt wurden knapp 130 Färsen zum Durchschnittspreis von 1.654 € verkauft. Die breite Preisspanne von 750 – 3.200 € unterstrich dabei deutlich, wie preisbewusst die Käufer agierten. Den Tageshöchstpreis von 3.200 € erzielte eine Arino Red-Tochter aus der Zucht von Ludger Wiewer aus Drensteinfurt. Ihre Zwillingsschwester hatte nur wenige Sekunden zuvor für 2.600 € den Zuschlag erhalten. Beide Topfärsen bestachen durch Körperstärke, Leistungsbereitschaft, ein hochgetragenes Spitzeneuter mit schöner Textur und tadellose parallel gestellte Beine. Dass es sich bei diesen beiden Zwillingsschwestern um zwei besondere Färsen handelte, wurde schon bei genauer Betrachtung der letzten drei Ziffern der Ohrmarke und der Katalognummer deutlich, denn beide Zahlen stimmten bei beiden Färsen exakt überein. Ob dies entscheidend für die hohen Steigpreise war – wahrscheinlich nicht - dennoch ließ sich ein belgischer Züchter beim Bieten von den zahlreichen Konkurrenten nicht verunsichern und sicherte sich den Zuschlag für diese beiden Topfärsen. Der gleiche Kunde ersteigerte auch zwei weitere erstklassige Rotbuntfärsen aus dem Bestand von Hermann-Josef Olbing aus Raesfeld. Eine schaufertig präsentierte BRETAGNE-Tochter erzielte hier 2.800 € im Zuschlag und eine Tochter des bekannten Altmeisters CARMANO wurde für 2.600 € verkauft. Den gleichen Steigpreis realisierte die Köster KG mit einer ALASKA RED-Tochter, die damit auch die teuerste schwarzbunte Färse des Auktionstages war. Ihr folgte ihre Stallgefährtin, eine SYMPLEX-Tochter, die sich ebenso tadellos im Ring präsentierte und für 2.500 € an einen Kunden aus Niedersachsen verkauft wurde.

Wenig rotbunte Kälber am Markt

Die Auftrieb am Jungrinder- und Zuchtkälbermarkt war mit knapp 40 Tieren wieder recht ordentlich. Die Nachfrage war durchweg zügig, so dass sich der Durchschnittspreis bei 504 € für die Jungrinder und 328 € für die Kälber einpendelte. Die Höchstpreise am Jungrindermarkt verbuchte Martin Fögeling aus Rosendahl für seine Jungrinder. Zwei Chief-Töchter wurden für 620 € bzw. 600 € an einen Züchter aus dem Hochsauerlandkreis verkauft und eine Crustime-Tochter wechselte für 600 € in einen belgischen Züchterstall. Am Zuchtkälbermarkt stammten die Preissieger aus der Zucht von  Bernd Lösing aus Vreden. Eine Bravo-Tochter wurde für 500 € nach Belgien verkauft. Und eine Reflektor-Tochter und eine JULANDY-Tochter wechselten zum Steigpreis von 480 € in den Westerwaldkreis und nach Hessen. Ebenfalls 480 € erzielten Markus Wissmann aus Nordkirchen mit einer NUNTIUS-Tochter und Georg Wüstnienhaus aus Bocholt mit einer Reflektor-Tochter, die für Käufer im Kreis Steinfurt und in die benachbarten Niederlande verladen wurden.

Die nächste Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West eG in Hamm findet am Dienstag, den 4. August 2020 statt. Auktionskataloge können bei der RUW unter 0251/9288-226 angefordert werden und stehen unter www.ruweg.de zum Download bereit.

Preisspiegel

Tierart

Angebot

Verkauft

Preisspanne in €

Durchschnittspreis

Differenz

Bullen

29

13

1.100 – 2.600

1.469

   -14

Kühe

1

1

1.500 – 1.500

1.500

+142

Rinder

133

129

   750 – 3.200

1.654

   -71

Jungrinder

11

11

   380 – 620

504

-156

Kälber

27

27

   140 – 500

328

    +5

Klemens Oechtering

Der Artikel wurde geschrieben von:

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