Tierschau in Lindlar

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Glänzende Tierqualität und viel Regen bestimmen die Tierschau in Lindlar

Im Rahmen der diesjährigen Kreistierschau im oberbergischen Lindlar starteten die Rinderzüchter mit der inzwischen 13. Auflage der Bezirkskuhschau Bergisch Land. Die Züchter aus den Kreisen Rhein-Sieg, Rhein-Berg, Mettmann und Oberberg stellten neben Holsteins auch eine Gruppe an Fleckviehkühen und Demonstrationsgruppen der Rassen Jersey und Braunvieh vor. Die Organisatoren der Schau hatten das weitläufige Gelände an der Reitanlage Falkenhof in Lindlar auch in diesem Jahr bestens vorbereitet – allein: wie bereits bei den vergangenen Schauen an gleicher Stelle geübt, die Kühe mussten mal wieder bei teils heftigem Regen gerichtet werden. Das Richteramt hatten Dominik Weber, Unna, und Guido Simon, Sundern, übernommen. Beide erläuterten in ihren Ringen souverän. Die klare Kommentierung war für die Besucher stets ein Genuss.

 

Nicht nur Holsteins in Lindlar

In der kleinen Braunviehkollektion stand die Richard-Tochter Tiramisu der Markus & Yvonne Kollenberg GbR auf Ia. Diese junge Färse glänzte durch das fantastische Euter mit einer sehr schönen Be-aderung. Ib-prämiert wurde die Prejula-Tochter Greta aus der Brenke-Neues KG. Mit 5 Kälbern zeigte diese Kuh noch sehr viel Frische. Sie bewegte sich auf einem sehr guten Fundament.

Die Jersey-Kollektion gewann THL Prinzessin (V: Primero) aus der Zucht von Christian Börsch & Alexandra Leuchten. Die amtierende Bundssiegerkuh glänzte auch in Lindlar mit ihrem korrekten Körper und dem fest ansitzenden, drüsigen Euter. Ihr folgte die  McAdam-Tochter Maxi.josy der Berger-Herzhof GbR. Auch diese Jersey-Färse konnte aufgrund ihrer Korrektheit nachhaltig Werbung für die Rasse machen.

Die Fleckvieh-Konkurrenz bestand aus 7 Kühen. Dabei war das Spektrum von der Färse bis zur Kuh mit 11 Kälbern vertreten. Ia und Siegerkuh wurde die starke Costa-Tochter KFV Leana von Stefan Kaufmann. Diese Kuh mit 4 Kälbern zeigte bei guter Bemuskelung ausreichend Milchcharakter. Das Euter sitzt fest und beeindruckt durch gute Strichplatzierung. Ib und Reservesiegerin wurde die Stallgefährtin KFV Elena (V: Vanstein). Auch diese korrekte Kuh gefiel durch ihr Euter und die guten Bewegungsabläufe.

 

Starke Betriebssammlungen

Den Auftakt bei den Holsteins machten die Betriebssammlungen. Im ersten Ring gingen vier Sammlungen an den Start. Die Ausgeglichenheit aller vier Sammlungen war beeindruckend. Das beste Gesamtbild lieferte ganz klar die Gruppe von Eberhard Brochhaus. Neben der starken Körper- und Euterqualität gefielen ganz besonders die guten Fundamente. Mit 1b prämiert wurde die  ausgeglichene Formation der Spielberg Holsteins GbR. Im zweiten Ring waren fünf Sammlungen am Start. Den 1a-Preis erhält die Sammlung der Theunissen GbR – die drei älteren Kühe passten hier perfekt zusammen und beeindruckten durch ihre gute Euterqualität. Die etwas jüngere Sammlung von Bernd Lohmann überzeugte nachhaltig bezüglich Ausgeglichenheit und wurde mit 1b prämiert. Die beiden Preisrichter wählten die Sammlung von Eberhard Brochhaus als Siegersammlung vor der Sammlung der Theunissen GbR, die den Reservesiegertitel zugesprochen bekam.

 

Sehr gute Qualität in den Einzelklassen

In den drei Färsenklassen gingen 17 junge Holsteins an den Start. Die Dewars-Tochter Babe von Dirk vom Stein sicherte sich souverän den ersten Ring. Aus dem Bestand der Stöcker GbR siegte im Ring 2 die SUN Rumba (V: Brekem) und im letzten Färsenring war es die Surefire-Tochter Emmy von Christoph Maur, die am Ende die Nase vorne hatte. Die Preisrichter betonten bei der Auswahl zur Siegerfärse die enorme Anforderung aufgrund der hochwertigen Qualität der Final-Teilnehmerinnen. In einer nach ihren Worten sehr engen Entscheidung ging die Siegerschärpe an Babe von Dirk vom Stein. Als Reservesiegerfärse wird SUN Rumba der Stöcker GbR ausgezeichnet.

 

In 5 Ringen konkurrierten 24 Kühe mit zwei bzw. drei Kalbungen um den Siegerpreis Jung bei den Holsteins. Markus Siebel mit Whitney (V: Defender), die sich durch ihr breites, fest aufgehängtes Euter und mit guter Bewegung zeigte, gewann Ring 1. Es folgte auf 1a im Ring 2 die G Dreams-Tochter Grace von Eberhard Brochhaus, die ein ausdrucksvolles Seitenbild bot. Sie bestach durch ihr super trockenes Bein und das hohe, feste Euter. COL Judy (V: Supershot) von der Christoph & Birgit Lüpschen GbR dominierte mit viel Kraft und Breite im Ring 3. Sie glänzte durch die gute Euterqualität und die sehr guten Fundamente. Eine Kuh, die für die Preisrichter ohne Problem schnell auf 1a zu setzen war, siegte im nächsten Ring. Die G Dreams-Tochter Espania von Eberhard Brochhaus, die eine absolute Spitzenqualität präsentierte, beeindruckte durch die klaren Fundamente und das sehr starke Euter. Schließlich gewann Bernd Lohmann mit seiner Braxton-Tochter Palmas die letzte Klasse dieser Abteilung aufgrund des guten Körpers und der starken Fundamente. Auch wenn am Ende zur Auswahl der Siegerkuh Jung zehn sehr starke Kühe im Ring standen, war es für die Preisrichter dann doch eine eindeutige Sache: Sie kürten Espania von Eberhard Brochhaus zur klaren Siegerkuh und betonten nochmals die enorme Stärke im Körper mit der tiefen Rippe und lobten das hohe, feste und drüsige Euter. Reservesieger Jung wurde die Stallgefährtin Grace, die nicht nur vom Papier her eine Halbschwester war (beide V: G Dreams), sondern auch im Exterieur sehr nahe an die Siegerkuh herankam.

 

Älteste Siegerkuh wird Miss Bergisch Land

In der abschließenden Kategorie der älteren Kühen kamen die Preisrichter aufgrund der guten Qualität immer wieder ins Schwärmen. Eberhard Brochhaus gewann mit der Bradnick-Tochter Daisie seine Klasse. Diese hatte ein schönes, breites und hoch angesetztes Euter und bestach durch die klaren Fundamente. Mit The Svenja von SHOT GUN stellte die Hans-Georg  & Niklas Theunissen GbR eine tief ausbalancierte Kuh mit viel Kraft vor, die sich durch beste Bewegung und ein gutes Euter an der Spitze platzieren konnte. In der Klasse der ältesten Kühe war es THL Tamenka von Thomas Börsch, die nicht zu schlagen war. Diese ältere Kuh beeindruckte nicht nur durch ihr überragendes Seitenbild, sie bestach durch gute Fundamente und glänzte auch nach sechs Abkalbungen noch durch ein fest ansitzendes, drüsiges Euter. Diese Qualität war dann auch ausschlaggebend dafür, dass THL Tamenka als Siegerkuh Alt die Schärpe umgelegt bekam. Reservesiegerin Alt wurde Daisie aus dem Bestand von Eberhard Brochhaus.

Als es dann zum Höhepunkt der Schau kam, wer die neue Miss Bergisch Land werden sollte, war allen am Ring schnell klar, dass die Entscheidung zwischen Espania und THL Tamenka fallen würde. Für die kundigen Zuschauer nicht überraschend, entschieden sich die Preirichter für Tamenka, die auch im hohen Alter noch über sehr viel Ausstrahlung verfügte.

 

Tierbeurteilungswettbewerb immer interessant

In die Schau integriert war der traditionelle Tierbeurteilungswettbewerb der Jungzüchter, den die Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer NRW bestens organisiert hatten. Trotz des nicht gerade Bilderbuchwetters war die Beteiligung sehr gut, so dass am Ende deutlich mehr als 20 Jungzüchter den Bewertungsbogen ausgefüllt haben. In der Gruppe der jüngeren Teilnehmer waren es Nika, Joshua und Julia Mickenhagen, die sich die ersten Plätze sicherten. Bei den älteren Teilnehmern gewann Birk Fink vor Lukas Leineweber und Simon Mickenhagen.

 

Jungzüchtervorführwettbewerb mit großer Beteiligung

War bereits der Tierbeurteilungswettbewerb sehr gut besetzt, war die Beteiligung am Vorführwettbewerb der Jungzüchter noch größer. Allein in der Bambino-Klasse gingen sieben Kinder zwischen 4 und 7 Jahren an den Start. Der Preisrichter Dominik Weber fand schnell den Kontakt zu den eifrigen Kindern, die begeistert mitmachten und alle mit dem 1a-Platz ausgezeichnet wurden. In den beiden folgenden Jungzüchterklassen zwischen 9 und 16 Jahren gingen insgesamt 14 Nachwuchszüchter an den Start. Dominik Weber setzte in der ersten Klasse Marit Kemmerling an die Spitze ihrer Klasse. Julia Mickenhagen siegte dann in der nächsten Klasse. Bei den älteren Vorführerer/innen von 18 bis 25 Jahren ging es dann noch professioneller zu. In dieser Kategorie zählte dann am Ende die Harmonie des Vorführgespanns. Um vorne platziert werden zu können, war es erforderlich, dass diese Einheit zwischen Mensch und Tier möglichst perfekt präsentiert wurde. Dass dies gelingen kann, zeigte Isabel Hielscher sehr  eindrucksvoll. Sie sicherte sich den Klassensieg und wurde am Ende auch als Gesamtsiegerin beim Vorführwettbewerb ausgezeichnet.

 

Der Dank gilt den Verantwortlichen des Oberbergischen Kreises für die Organisation dieser hervorragenden Bezirkskuhschau mit einem sehr umfangreichen Programm. Bis auf das Wetter hatten die Organisatoren alles bestens zusammengestellt, um so den Besuchern über den hohen Stand der Rinderzucht im Bergischen Land zu informieren.

 

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