Wir können mehr als Holsteins

Allgemeine News

Mit neuem Namen und neuem Konzept öffnete am 26. und 27. Juni 2019 die German Dairy Show in Oldenburg ihre Tore. Die Nachfolgeveranstaltung der DHV-Schau präsentierte sich mit einem überarbeiteten Schaukonzept und über 240 Schaukühen sechs verschiedener Milchrassen. Besonders erfreulich ist, dass die RUW bei allen Rasseblöcken erfolgreich mit Tieren vertreten war.

 

Starke RUW-Tiere zeigen Rassevielfalt

Den Auftakt zur Show machte am Mittwoch die Rasse Braunvieh. Die von Spielberg Holsteins, Much, stammende SBH Alea zog als erste Kuh in den Showring. Mit Uganda, welche im Gemeinschaftsbesitz von Rainer Thoenes, Kalkar, und Alexander Kuppel ist, folgte ihr gleich die zweite aus dem RUW-Gebiet stammende Braunviehkuh. Die sehr jugendlich wirkende Uganda lockte sofort alle Blicke auf sich und wurde von Preisrichter Ernst Grabner aufgrund ihres überzeugenden Euters und Entwicklungspotentials mit einer 1a-Platzierung belohnt. Bei der Siegerauswahl reichte es für Uganda hinter einer aus dem Allgäu stammenden Drittkalbskuh für den Reservesieg Braunvieh.

Finchen vom Zuchtbetrieb Wolfgang Abel, Breckerfeld, war die einzige Vertreterin aus dem RUW-Gebiet beim Rotvieh. Ihre lange Mittelhand und die bessere Vorderstrichplatzierung waren für Preisrichter Thomas Hannen ausschlaggebend für einen zweiten Platz in ihrer Gruppe. Auch Finchen durfte an der Siegerauswahl teilnehmen, musste sich hier aber der Dominanz an guten Tieren aus dem Anglerstammgebiet geschlagen geben.

Die Rasse Fleckvieh wurde ebenfalls vom Niederösterreicher Ernst Grabner gerichtet. Hier waren die Betriebe Stefan Kaufmann, Much, und Ludger Specker, Wettringen, mit jeweils zwei Kühen vertreten. Bestes Resultat erzielte mit einem vierten Platz KFV Elite, eine sehr korrekte Färse aus dem Besitz von Stefan Kaufmann. Bei den Kühen mit zwei Abkalbungen erlangte Birte (Besitzer: Ludger Specker) aufgrund ihres drüsigen Euters und guten Fleckviehtyps eine mittlere Platzierung.

Nicht fehlen durfte am ersten Abend die Rasse Jersey, welche insbesondere bei den Holstein-Schaubeschickern an Beliebtheit gewinnt. Die RUW war gleich in der ersten Jerseygruppe mit drei Tieren vertreten und früh zeigten sich die ersten Erfolge. Preisrichter Thomas Hannen stellte Victoria S von Matthias Nosbisch, Niederweis, ganz nach vorne. Die äußerst korrekte Färse gefiel ihm aufgrund ihres Voreuters besser als die zweitplatzierte ZH Smoothie vom Zuchtbetrieb Henkelmann, Wadersloh, welche Vorzüge in ihrem breiten Hintereuter darstellte. Während die zweite Gruppe Jersey ohne RUW-Beteiligung gerichtet wurde, stellten sich bei den zweit- und Mehrkalbskühen ebenfalls drei Tiere dem Preisrichter. In der beeindruckenden Gruppe euterstarker Kühe war letztendlich die grandiose und mit einem hervorragenden Euter ausgestatte THL Prinzessin von Christian Börsch und Alexandra Leuchten, Wipperfürth, erfolgreich. An dieser Spitzenkuh kam an diesem Abend keine andere vorbei. THL Prinzessin darf sich Siegerkuh Jersey nennen.

 

NH Silky erfolgreich bei den Färsen

Zum neuen Schaukonzept gehörte auch, dass die rot- und schwarzbunten Holsteinfärsen sich bereits am Vortag den Preisrichtern präsentieren dürfen. Der international bekannte Preisrichter Markus Mock übernahm diese Aufgabe für Schwarzbunt. Mit Andrea Uhrig (Rotbunt), welche bereits die Färsenschau in Krefeld gerichtet hatte, übernahm zum ersten Mal eine Frau das Preisrichteramt bei einer deutschen Nationalschau.

Insgesamt vier Tiere aus dem RUW-Gebiet waren bei den schwarzbunten Färsen vertreten. Wie gewohnt war die Färsengruppe mit starken Kühen besetzt und Nuancen entschieden über den Sieg. Beatrice von der Theunissen GbR, Kürten, und NH Milo von Matthias Nosbisch, Niederweis, erzielten in ihrer Gruppe jeweils eine mittlere Platzierung.

Gleich vier RUW-Färsen traten in der ersten Rotbuntgruppe gegeneinander an. Mit viel Stil, einem schön gelagerten Becken und hohem Hintereuter entschied NH Silky von Matthias Nosbisch, Niederweis, diese Gruppe für sich. Vorzüge im Körper verhalfen RZB Rainbow von der Köster KG, Steinfurt, zu einer mittleren Platzierung in dieser Gruppe. In der zweiten Gruppe der rotbunten Färsen erzielte die von Ludger Wiewer aus Drensteinfurt gezogene WR Miley den zweiten Platz. Die typstarke WR Miley überzeugte mit ihrem sehr guten Voreuter und der schönen Eutertextur. ST Alwine, die PRESENT-Nachzuchtkuh von Heinz-Gerd Stegemann, Hamminkeln, durfte sich in dieser Gruppe über eine gute Platzierung im Mittelfeld freuen. Spannend wurde es nochmals bei der Siegerauswahl Rotbunt. Hier erzielte NH Silky den Reservesieg.

Mit einem Sieger und zwei Reservesiegern war der erste Tag ein gelungener Auftakt für die RUW bei der German Dairy Show 2019.

 

Holsteinklassen mit unglaublichen Schauqualitäten

Hochkarätig besetzt waren die Gruppen der zweitkalbigen Holsteinkühe. WR Doro von Ludger Wiewer Drensteinfurt, gefiel durch ihr sehr gutes Euter und dem abfallenden Becken. In ihrer starken Gruppe hatte sie aber keine Chance auf einen der vorderen Plätze. Gleich darauf folgte die Hammer-Gruppe mit drei absoluten Spitzenkühen, in welcher RZB Shandra von Köster KG, Steinfurt, sowie COL Judy von der Lüpschen GbR, Lohmar, jeweils eine mittlere Platzierung erzielten. Sieger wurde hier die im Gemeinschaftsbesitz von Lohmöller, Melbaum, Nosbisch und Blaise befindliche Loh-Tj Alessja, welche später die Jungen Klassen gewann und an diesem Tag noch mehr Aufmerksamkeit auf sich zog.

Die Epic-Tochtwer WR Makenzie, neben WR Miley und WR Minnessota die dritte Schaukuh aus dem bekannten Morelle-Kuhstamm der Zuchtstätte Wiewer, belegte bei den drittkalbigen Holsteinkühen einen starken dritten Platz. Sie überzeugte mit ihrer Körperkapazität, dem ausgezeichneten Euter und der guten Hinterbeinwinkelung. In der nächsten Klasse hatte Mowgli, welche von Dominik Weber aus Unna gekonnt präsentiert wurde, das beste Euter und wurde mit dem zweiten Platz belohnt. Erwähnenswert ist auch die Drittplatzierte in dieser Gruppe, die ANTARES-Tochter Beyonce, welche Preisrichter Markus Mock aufgrund ihrer Ausstrahlung gefiel.

Die Holsteinkühe mit mehr als vier Abkalbungen waren erstmals nach Lebensleistung sortiert. Während die deutsche Ausnahmekuh Lady Gaga, welche bereits über 100.000 kg Lebensleistung produziert hatte, noch souverän ihre Klasse gewann, musste sie bei der anschließenden Siegerauswahl Fux Seattle von der Hahn/Radke Holsteins GbR den Vortritt lassen.

 

Knappe Entscheidungen bei den Rotbunten

Bei den Rotbunten stellten sich sehr würdige Klassen an Zweitkalbskühen der Preisrichterin. Die extrem milchtypische LABEL P-Tochter NH Virgina von Nosbisch Holsteins, Niederweis, erlanget aufgrund ihres Hintereuters, welches hoch angesetzt, schön beadert und mit einem guten Zentralband ausgestattet ist, einen dritten Platz.

Im Segment der Rotbunten mit drei Abkalbungen ließ sich Andrea Uhrig lange Zeit, bevor sie die Entscheidung über die Klassensiegerin fällen konnte. Die sehr typstarke und erfahrene Schaukuh WR Minnessota musste sich am Ende mit einem zweiten Platz, hinter der späteren Siegerkuh Rotbunt alt, zufriedengeben.

Die ebenfalls äußerst schauerfahrene MALVOY-Tochter THD Casa Von Ludger Tißen, Kleve, war bei den älteren Rotbuntkühen die Kuh mit der höchsten Lebensleistung und zeigte sich hervorragend. Beim Kampf um den Titel musste sie jedoch ihren Gefährtinnen den Vortritt lassen.

 

Spannung bis zum Schluss

Als letzte Entscheidung bei den Holsteins sorgte die Wahl des Grand Champions nochmals für Spannung im Ring. FG Natalie darf 2019 den Titel bei den Red Holsteins mit nach Hause nehmen. Bei ihrem zweiten großen Auftritt des Tages wurde Loh-Tj Alessja zum Grand Champion Holstein gekürt.

Das letzte Highlight des neuen Schaukonzepts war die Wahl des Supreme Champions über alle Rassen. Die jeweils besten deutschen Kühe der Rassen Jersey, Rotvieh, Braunvieh, Fleckvieh, Red Holstein und Holstein stellten sich den vier Preisrichtern. Zum dritten Mal hieß an diesem Tag die Siegerin Loh-Tj Alessja. Herzlichen Glückwunsch zum Supreme Champion!

Auch wenn die Entscheidung nachvollziehbar ist, dürfen wir gespannt sein, ob die Wahl der Holsteinkuh Loh-Tj Alessja als Supreme Champion dazu beträgt, dass sich alle bedeutenden Milchrassen bei einer gemeinsamen deutschen Nationalschau ausreichend gewürdigt fühlen.

 

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