Hohe Qualität bei der Bezirkskuhschau

Allgemeine News

Bei bestem Tierschauwetter war der Krewelshof in Lohmar am 16. September 2018 Ziel zahlreicher Gäste, die sich die großartige Kreistierschau im Rhein-Sieg-Kreis nicht entgehen lassen wollten. Eingebettet in die Kreistierschau ist seit vielen Jahren die Bezirkskuhschau des Bergischen Landes. Die Holstein-Züchter aus Mettmann, Rhein-Berg, Oberberg und Rhein-Sieg kommen zusammen, um im Richtwettbewerb ihren züchterischen Stand vorzustellen. In den beiden Ringen entschieden Dorothée Warder, BRS Bonn, und Martin Biederbick, Diemelsee, über die jeweilige Rangierung. Sie fanden in ihren fachlich fundierten Begründungen stets die passende Reihenfolge der Konkurrentinnen. Beim Richten der Holsteins gingen schwarz- und rotbunte Kühe in gemeinsamen Ringen an den Start.

Fleckvieh mit eigener Gruppe

Zum Auftakt der Schau startete eine starke Klasse mit Fleckviehkühen – hier wählten die Preisrichter die Eilig-Tochter Lea von Stefan Kaufmann als Siegerin aus. Lea hat bereits zehn Kälber und zeigt sich auch in diesem Alter noch ausgesprochen frisch, bewegt sich mit guter Mobilität und auch das Euter ist noch weit überdurchschnittlich. Im Anschluss an die Schau kam dann auch die Lea-Kuhfamilie in den Ring. Neben der Mutter brillierten die Costa-Tochter Leana (drei Kälber) und die Vinzenz-Tochter Las Vegas (ein Kalb). Diese Gruppe zeigte deutlich die Vererbungskraft dieser starken Stammkuh.

Start mit Züchtersammlungen

Den Auftakt beim Holstein-Richten machen traditionell die Einzelzüchtersammlungen. In drei Ringen konkurrierten jeweils vier Betriebssammlungen um die Plätze. Im ersten Ring ging die Sammlung von Markus Theunissen auf 1a, eine Gruppe älterer Kühe, die sich durch einheitlichen Körperbau mit bestens gelagertem Becken und guten Fundamenten präsentierte. Dahinter ging auf 1b die starke Gruppe von Manfred Bonn, die insbesondere durch die einheitliche Euterqualität bestach. Ring zwei entschied Eberhard Brochhaus mit einer jungen, sehr harmonischen Gruppe, die mit festem, drüsigem Euter ausgestattet war, für sich. 1b errang hier der Zuchtbetrieb Bernd Welsch mit einer ebenfalls sehr passenden Gruppe, die sich durch einheitliche Entwicklung im Rahmen und ein gutes Euter auszeichnete. Im dritten Ring ging an der aus vier Kühen bestehenden Gruppe von Bernd Lohmann nichts vorbei – Stärke in Körper und Fundament und sehr ausgeglichene Euter waren ausschlaggebend für diese Platzierung. Ebenfalls eindrucksvoll präsentierte sich die Gruppe der Lüpschen GbR auf 1b. Die Auswahl der Siegersammlung war ein früher Höhepunkt der Schau. Die sechs mit 1a bzw. 1b prämierten Sammlungen boten dem zahlreich anwesenden Fachpublikum den hohen Stand der Holstein-Zucht in der Region. Die Richter sprachen der jungen Gruppe von Eberhard Brochhaus den Sieg zu. An dieser in allen Belangen einheitlichen Gruppe war nichts zu verbessern. Der Reservesiegerpreis der Sammlungen ging an die Zuchtstätte Bernd Lohmann.

Holsteinklassen stark besetzt

In drei Färsenklassen gingen 22 junge Kühe an den Start und es war aufgrund der starken Besetzung für die Richter eine echte Herausforderung im Ring, die sie dann aber mit passendem Kommentar auch immer souverän gelöst haben. Aus den starken 1a- und 1b-platzierten Färsen war es die Beemer-Tochter Wyona von Eberhard Brochhaus, die unangefochten mit der Siegerschärpe ausgezeichnet wurde. Wyona war die jüngste Teilnehmerin im Feld und beeindruckte mit Top-Übergängen im Körper, einem ausbalancierten Rahmen, ihrem guten Fundament und einem festen, drüsigen Euter. Ihre Stallgefährtin Grace (V: G Dreams) musste sich knapp geschlagen geben und trägt die Reservesiegerschärpe nach Hause. Grace gefiel als lange Kuh mit super Voreuter und reichte insgesamt nahe an die Siegerin heran.

Für die Wahl zur Siegerkuh der mittleren Klassen gingen 35 Kühe in insgesamt sechs Ringen an den Start. Die Präsentation der zwölf 1a- und 1b-Preisträger war einer der vielen Höhepunkte dieser großartigen Schau. Alle Konkurrentinnen bestachen durch Ausgeglichenheit im Körper. Sie bewegten sich auf klaren Fundamenten und es war schon beeindruckend, wie sich diese Kühe mit ihren festen, drüsigen Eutern im Ring zeigten. Als Siegerin in dieser starken Konkurrenz wählten die Richter Espania (V: G Dreams) von Eberhard Brochhaus. Eine Top-Kuh mit viel Länge im Körper, sehr guten Übergängen und einem ausgesprochen festen und drüsigen Euter. Den Reservesiegerpreis erhielt Wisconsin (V: Delete) von Bernd Lohmann. Eine starke Kuh mit drei Kalbungen, die sich mit perfekt gelagertem Becken, den sehr harmonischen Übergängen und einem klaren Fundament im Ring präsentierte.

Zweifelsfrei ist die Abteilung der älteren Kühe bei solchen Schauen immer wieder von besonderem Interesse. Hier gehen Kühe an den Start, die schon eine enorme Milchmenge produziert haben. In den ältesten Klassen waren dabei mehrere Kühe, welche schon die 100.000 kg überschritten haben, und wenn sich diese Kühe dann noch so frisch zeigen, macht das den erreichten Zuchtfortschritt bezüglich Nutzungsdauer bei den Holsteins sehr gut deutlich. Aus vier Ringen gingen acht Kühe zur Siegerauswahl, die allesamt das Urteil ‚sehr gut‘ verdient haben. Dennoch galt es auch hier, die Siegerentscheidung zu treffen. Die Cameron-Tochter Barbie aus dem Bestand von Dirk vom Stein war mit vier Kalbungen eine eher jüngere ‚alte Kuh‘ – aber aufgrund ihrer starken korrekten körperlichen Entwicklung, der klaren Fundamente und insbesondere des hervorragenden Euters an diesem Tage nicht zu schlagen. Die Roy-Tochter Liturgie von Markus Theunissen ging als Reservesiegerin aus der Konkurrenz hervor. Liturgie gehört zu den Vertreterinnen, welche die 100.000 kg-Grenze bereits überschritten haben, zeigt sich auch jetzt noch mit hohem Euter und bewegt sich hervorragend auf sehr gutem Fundament.

Vor der Auswahl der Miss Bergisch Land präsentierte die Spielberg Holsteins GbR die Kuhfamilie SBH I Snowred. Die Talent2 RDC-Stammkuh ging gemeinsam mit der Adonis-Red-Tochter SBH Is Adred (zwei Kälber) und der O Kalif-Tochter SBH Is K-Red an den Start. Beide Töchter konnten durch ihre Euterqualität sehr gut gefallen und die Vererbungsleistung von SBH I Snowred demonstrieren.

Bei der Wahl der Miss Bergisch Land fiel dann die Entscheidung überzeugend und schnell zugunsten der Siegerin Alt – Barbie war nach dem Urteil der Richter die Kuh mit dem besten Euter aller Ausstellungskühe und bestach durch ihre Ausstrahlung im Körper.

 

Tierbeurteilungswettbewerb und Jungzüchterwettkampf gehören dazu

Die Mitarbeiter der Kreisstelle Lindlar der LK NRW organisierten im Rahmen der Schau den traditionellen Tierbeurteilungswettbewerb. Eine Klasse Zweitkalbskühe musste gerichtet und zwei der Kühe bewertet werden. In zwei Altersklassen nahmen insgesamt 24 Jungzüchter an diesem Wettbewerb teil. Bei den Älteren war es Leonie Wiewer und bei den Jüngeren Marit Kemmerling, die als Beste ausgezeichnet wurden.

Mit zu einer Kuhschau gehört heute regelmäßig auch ein Jungzüchtervorführwettbewerb. Auf dem Krewelshof gingen in vier Ringen insgesamt 27 Jungzüchter an den Start. Die Jüngsten waren vier Jahre und die Ältesten 24 Jahre alt. In der jüngsten Klasse gewann Frieda Jung durch ihre überzeugende Vorführung und die stets passenden Antworten rund um das vorgestellte Kalb. Vincent Hufenstuhl war in der Gruppe bis neun Jahre der perfekteste Vorführer, der auch bereits große Kenntnisse zur Fütterung und Haltung des Kalbes vortragen konnte. Julia Mickenhagen konnte sich bei der starken Konkurrenz in ihrer Gruppe durchsetzen. Ihre Vorführleistung und die Harmonie zwischen ihr und ihrem Rind waren nahezu perfekt. Die älteste Gruppe wurde dann noch professioneller und mit höchsten Ansprüchen an die Vorführer gerichtet. Die beste Einheit zwischen Jungrind und einem stets aufmerksamen Vorführer bildete Simon Rückels, der hier den 1a-Preis erhielt.

 

Mit der Bezirkskuhschau haben es die Verantwortlichen geschafft, zum einen den hohen züchterischen Stand in der Region vorzustellen, aber auch die vielen Verbraucher, die das gute Wetter genutzt haben, um sich auf dem Krewelshof die Tiere anzuschauen, haben sich ein Bild von der modernen Milchrinderzucht machen können. Allen Beschickern gilt ein großer Dank für ihre Mühen, sich für diese wertvolle Arbeit eingesetzt zu haben.

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