Suche:
Nächste Zuchtviehauktionen
Hamm
Dienstag, 03.07.2018
Auktionskatalog als PDF
Fließem
Donnerstag, 05.07.2018
Krefeld
Mittwoch, 18.07.2018
RINDER-UNION WEST eG
Schiffahrter Damm 235a
48147 Münster
Tel: +49(0)251-92 88-0
Fax: +49(0)251-92 88-219/236
Opens window for sending emailinfo@ruweg.de

Die Rinder-Union West eG führt als eingetragene Züchtervereinigung ein eigenes Zuchtprogramm für die Rasse Holstein durch. Für die ebenfalls betreuten Rassen Fleckvieh, Braunvieh, Jersey und Rotvieh werden Programme in Kooperation mit anderen Züchtervereinigungen durchgeführt.

Grundlage des Zuchtprogramms sind die erhobenen Leistungs- und Zuchtwertdaten in den Mitgliedsbetrieben. Diese werden regelmäßig zum Zweck der Verbesserung der Population analysiert und ausgewertet. Oberstes Ziel ist es dabei, einen nachhaltigen Zuchtfortschritt in den züchterisch relevanten Merkmalen gemäß dem Zuchtziel in den Kuhbeständen der Mitgliedsbetriebe zu erzeugen.

Auf der männlichen Seite dient das Zuchtprogramm dem Zweck, Vererberbullen für die künstliche Besamung zu züchten, die aufgrund ihres Vererbungsprofils die gesteckten Zuchtziele gemäß den Wünschen der Mitglieder möglichst umfassend gerecht werden. Zu diesem Zweck werden alle zur Verfügung stehenden Datenquellen genutzt, um in den führenden Holsteinzuchtländern wertvolle Zuchtprodukte zu selektieren. Die wichtigsten Hilfsmittel sind hierbei genomische und konventionelle Zuchtwerte und Leistungsprüfungsergebnisse sowie eine umfassende Analyse der genutzten Pedigrees und Kuhfamilien. Das Holsteinzuchtprogramm der Rinder-Union West eG wird zur Steigerung der Effizienz und zur Kostenoptimierung gemeinsam mit den Partnern der TopQ-Kooperation durchgeführt.

top

Aufgrund der überragenden Bedeutung für die Übertragung des züchterischen Fortschritts wird der Selektion der Bullenväter im Besamungszuchtprogramm erheblicher Wert zugemessen. Hierzu wird die weltweite Holsteinpopulation regelmäßig intensiv analysiert und unter Berücksichtigung der aktuellsten Zuchtwertdaten eine gezielte Auswahl der Bullenväter unter den besten Bullen der Weltholsteinpopulation vorgenommen. Besonderes Augenmerk wird auf die Vererbungsleistung gemäß dem formulierten Zuchtziel der deutschen Holsteins gelegt sowie auf eine möglichst große Blutlinienvielfalt, um für die Zukunft ausreichend züchterische Möglichkeiten zu erhalten und die Inzucht in der heimischen Population zu minimieren. Hierzu gehört auch eine zahlenmäßige Begrenzung des Einsatzes einzelner Bullenväter, um eine hohe genetische Variation zu behalten.

top

Zum Zwecke der Erzeugung von Besamungsbullenkandidaten werden aus der weltweiten Holsteinpopulation herausragende Bullenmütter selektiert. Die Selektion erfolgt mit den modernsten zur Verfügung stehenden Informationsmitteln auf der Basis von genomischen und konventionellen Zuchtwertinformationen sowie allen verfügbaren Leistungsdaten. Die selektierten Bullenmütter, die in ihrer züchterischen Eignung möglichst optimal dem definierten Zuchtziel entsprechen müssen, werden nach Besichtigung durch die von der RUW eingesetzten Selektionskommissionen zur Anpaarung an die optimal geeigneten Bullenväter unter Vertrag genommen.

top

Die für das Besamungsprogramm in Frage kommenden Kandidatenbullen entstammen den gezielten Anpaarungen, die auf Basis der Bullenmütterselektion vorgenommen wurden, oder weiteren Selektionsverfahren, die insbesondere auf Basis der in der heimischen Population von den Mitgliedern vorgenommenen Anpaarungen bzw. verfügbaren Bullenkälbern durchgeführt werden. Sämtliche für das Besamungszuchtprogramm in Frage kommenden Kandidatenbullen werden typisiert und auf Basis ihres genomischen und konventionellen Zuchtwertes selektiert. Die Entscheidung über die Kriterien für den Ankauf und die Selektion von Kandidatenbullen liegt beim Vorstand und der Zuchtleitung der Rinder-Union West eG.

Die angewendeten Selektionskriterien für die Auswahl von potentiellen Besamungsbullen haben das Ziel gemäß dem definierten Zuchtziel, ein möglichst hohes Selektionsdifferenzial in möglichst allen Einzelmerkmalen zu erreichen. Weitere wichtige Kriterien sind die genetische Vielfalt, deren Erhaltung durch möglichst viele unterschiedliche Abstammungen Rechnung getragen wird, sowie das Exterieur, der Gesundheitszustand und der Hygienestatus des Kandidatenbullen.

top

Im Alter von 10 – 12 Monaten werden alle vorselektierten Kandidatenbullen zur Herdbuchanerkennung vorgestellt. Für die Auswahl als Besamungsbulle werden hohe Exterieuranforderungen an den Kandidaten selbst gestellt. Da zwischen Geburt und Besamungseinsatz des Bullen viele neue Informationen über den Bullen selbst, seine Kuhfamilie, die Eltern und weitere Familienmitglieder angefallen sind, wird auf der Basis des aktuellsten Datenstandes vor dem Besamungseinsatz ein abermaliger Selektionsschritt vorgenommen. Diese letzte Selektionsentscheidung und das Spermaproduktionsvermögen des Bullen müssen strengsten Anforderungen standhalten, bevor der Bulle für den Ersteinsatz qualifiziert.

Von jedem jungen Besamungsbullen wird ein Ersteinsatz in definiertem Umfang in möglichst vielen Betrieben, die das durchschnittliche Umweltniveau der heimischen Betriebe repräsentieren, durchgeführt. Ziel ist es hierbei, trotz vorliegenden genomischen Zuchtwerts die Basis für einen möglichst unverzerrten und repräsentativen töchterbasierten Zuchtwert zu legen. Der töchterbasierte Zuchtwert bleibt weiterhin die Grundlage für einen erweiterten Vererbereinsatz mit möglichst hoher Zuchtwertsicherheit sowie für die Fortschreibung der Lernstichprobe für die Berechnung der genomischen Zuchtwerte.

top

In den Mitgliedsbetrieben der Rinder-Union West eG wird eine der weltweit bedeutendsten Rotbuntpopulationen gehalten. Um der speziellen Nachfrage nach qualitativ herausragenden rotbunten Vererbern gerecht zu werden, werden spezielle zuchttechnische Maßnahmen und finanzielle Anreize vorgenommen. Hierzu gehören:

 

  • Schwerpunktmäßige, weltweite Selektion von Rotfaktor-Genetik (RF)
  • systematische, gendiagnostische Untersuchungen auf RF von schwarzbunten Bullenmüttern
  • Bonusbetrag für die Erzeugung eines rotbunten Bullenkalbes aus RF-Abstammungen für das Zuchtprogramm
  • Unterstützung des Embryotransfers seitens der Rinder-Union West eG von Top-Red Holstein- bzw. RF-Jungrindern
  • Einsatz von Top-Red Holstein- und RF-Bullenvätern auf Top-Schwarzbuntbullenmütter zur Schaffung neuer RF-Blutlinien
  • Import von RF-Embryonen aus ausländischen Top-Red Holstein- und RF-Familien zur Erzeugung von interessanten Kandidaten für das Zuchtprogramm

top

Ein weiterer Teilbereich des Zuchtprogramms ist die gezielte Verbreitung des Hornlos-Gens in der Holsteinpopulation der Mitgliedsbetriebe sowie die Selektion von Merkmalsträgern mit einem hochstehenden Vererbungsvermögen für den Besamungseinsatz.

top

Bullen-Vorauswahl


(Bedingung: Bullenmütter müssen typisiert sein; es werden keine Bullen aus nicht typisierten Mütter genomisch getestet.)

  • SBT: Eltern-PI-gRZG    >= 145 
  • RBT: Eltern-PI-gRZG    >= 140
  • Polled: Eltern-PI-gRZG >= 140 


Jungrinder-Vorauswahl für Typisierung auf RUW-Kosten

  • SBT: Eltern-PI-gRZG     >=135  bzw. 3-Väter-PI-gRZG*: >= 140
  • RDC: Eltern-PI-gRZG     >=130 bzw. 3-Väter-PI-gRZG*: >=135
  • RBT: Eltern-PI-gRZG    >=130  bzw. 3-Väter-PI-gRZG*: >=135
  • Polled: Eltern-PI-gRZG  >=130  bzw. 3-Väter-PI-gRZG*: >=135


Bullenvertrag / ET-Förderung

  • SBT: gRZG >= 150
  • RDC: gRZG >= 140
  • RBT: gRZG >= 143
  • Polled: gRZG >= 140 

 

Die o.a. Selektionsgrenzen sind Minimum-Kriterien, die immer in Bezug

  • auf das Pedigree,
  • der Abweichung der dGW zum PI,
  • der Rangierung der Tiere mit gZW
  • die Verfügbarkeit anderer väterlicher Halbgeschwister zu betrachten sind.

top

Das Zuchtprogramm der RUW ist auf Nachhaltigkeit und höchsten langfristigen Nutzen für alle Mitgliedsbetriebe angelegt. Ausrichtung, Struktur und Durchführung werden regelmäßig überprüft und nach neuesten Erkenntnissen optimiert.

top